Trainingswettkampf 24h in Sittard/Niederlande mit Lauffreunden der LG ULTRALAUF
Text: Kerstin Hommel, Bilder Sylvia Faller und Steffi Knopf und Michael Irrgang, 26.03.2024
24h in Sittard/NL am vergangenen Wochenende sind gelaufen. Erste Gedanken im Rückblick, im länger fahrenden Zug notiert. Gedacht war es als Trainingslauf für die 48h-Lauf WM Ende Mai in Ungarn, unter Wettkampfbedingungen. Man lernt immer etwas dazu. Und 48h war ich laufend noch nicht unterwegs. Das verlangt eine andere Planung und Vorbereitung. Nicht zuletzt soll Laufen bei aller Anstrengung, logistischen und Trainingsvorbereitung auch Spaß machen! Schön ist, war das Wiedersehen in der Ultralauf-Familie. Besonderer Dank an Michael und Martina Irrgang, die mich schon am Vortag in Troisdorf beherbergt und bestens versorgt haben. Zeit für Austausch zur Laufvorbereitung und noch zu einem Spaziergang zur Sieg bei bestem Frühlingswetter. Am Samstag war es jedoch frisch, windig mit dem ganzen Spektrum, das das Aprilwetter zu bieten hat. Als Freiluftsportler ist man/frau vorbereitet. Laufkleidung von kurz bis lang, samt Handschuhen, warmer Mütze, warme und Regenjacke, Wechselschuhe im Gepäck.
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Ein Teil der LGU-24h-Läufer, Bild: Steffi
Der Start in Sittard war um 16 Uhr. Die Sonne schien, aber der Himmel verdunkelte sich immer wieder und entlud sich nicht zu knapp während des Laufes mit Regen mal Niesel, mal wie aus Eimern, mit Hagel. Immerhin gab es auch ein-zwei farbenfrohe Regenbögen zu bewundern, wenn man dafür noch den Blick hatte. Hinzu kam ein stark böiger Wind, der besonders auf einer langen Geraden auf der 2km-Rundenstrecke gefühlt bis zum Ende hin zunahm und zu schaffen machte. Auch zahlreiche Pavillons, die zur Eigenverpflegung/Betreuung aufgestellt wurden, fielen dem Wind zum Opfer! Die Laufstrecke war asphaltiert (zum Glück, ob des Regens) und flach, mit gaaaanz sachten Anstiegen. Die boten sich als kurze Gehstrecken während des Laufes an. Wir begrüßten uns mit Mitläufern, Betreuern der LG Ultralauf. Die Zeit bis zum Start verging unbemerkt.
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Mitte links das beheizte Zelt zum Verpflegen und Ausruhen, Bild: Sylvia
Über 24h gingen 85 Läufer und 22 Läuferinnen an den Start. Dazu Staffelteams, 12h-, 6h-, 3h-Läufer.
Ich hatte mir als Ziel 140 km vorgenommen. Keine persönliche Bestleistung, angepasst an den aktuellen Trainingsstand. Das etwa kann ich mir auch für Tag 1 der 48h vorstellen. Als günstig empfand ich die späte Startzeit, so liefen wir noch halbwegs frisch in die Nacht. Tatsächlich erwischte mich die Müdigkeit nur einmal am Morgen, aber das ist zu vernachlässigen. Für die 48h muss ich mir schon genauer überlegen, wann, wie, wie lange ich mich erhole. In Sittard habe ich ziemlich von Anfang an kurze, zügige Gehpausen eingelegt. Und dann auch etwa alle 3h kurze Pausen für wetterbedingtes Umziehen, Essen eingeplant. Zwei längere Pausen von je einer halben Stunde habe ich zeitlich an das Wetter angepasst, als gerade ein Guss niederging. Ich wollte nicht noch völlig durchweichen. Apropos Verpflegung: Ich hatte mir etwas Sportgetränk angerührt, was ich gut vertrage. Dazu ein paar Riegel, Haferflocken zum Anrühren (hatte ich mir nachts dann auch angerührt, tat gut!), Datteln, Nüsse, Salztabletten mitgenommen. Das war gut so. Gegen meine Gewohnheit aß ich das angebotene Läuferabendbrot mit, Nudeln. Gut vertragen. Kaffee, Brühe trank ich zum Aufwärmen in der Nacht und am Morgen. Damit fühlte ich mich gut verpflegt. Die letzten 4-5 Std. hab ich nicht mehr als ein paar Bissen Haferriegel und ein paar Schluck Sportgrtränk verspeist. Aber fürs Gehen braucht man ja nicht so viel Energiezufuhr.
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Immer wieder traf man sich und lief einen Teil des Weges gemeinsam, Bild: Steffi
Schwierig war es tatsächlich mit Kleidung, Schuhwerk. Letzteres wechselte ich nicht. Die Nässe an den Füßen hielt sich in Grenzen. Das habe ich für die 48h also noch nicht getestet. Nachts zog ich ein zusätzliches langes Shirt unter, wechselte zwischen warmer und Regenjacke. Und gut, dass ich eine warme Mütze dabei hatte.
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Morgendämmerung, Bild: Steffi
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Vormittags hörte der Regen auf, aber kalt blieb es, Bild: Steffi
 
Nach 6 Uhr wurde es hell. Der Regen kam am Morgen nochmal mit Macht, danach Sonne. Der Wind blieb bei kühlen Temperaturen und entzog Energie. Das ging natürlich allen so. Manch einer brach den Lauf ab. Ich hatte mir gesagt, so lange wie möglich auf der Strecke zu bleiben. Das gelang. Ich konnte meine Beine allerdings die letzten 4 Stunden kaum bis gar nicht mehr zum Laufen überreden. Schnelles Gehen brachte mich auch voran. Durch die Runden sah, traf man sich immer wieder, lief/ging ein Stück gemeinsam. Auf der Großanzeige am Zieldurchlauf konnte ich Rundenanzahl, Platzierung zwischendurch gut verfolgen. Ich lese bei raceresult.com nach: Nach 6h Gesamtplatz 78, nach 12h – Platz 65, am Ende Platz 40 gesamt, Platz 5 in der Frauenwertung. Mit 138,712 km. So genau ist es durch die Restmetervermessung. Große Freude und Gratulation an Sylvia, die mit einem beeindruckenden Schlussspurt Platz 3 in der Frauenwertung erkämpft hat!
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Sylvia erzielte durch einen beeindruckenden Schlussspurt am Ende einen Podestplatz, Bild: Michael
Dankeschön an die Helfer, die sich alle Mühe gegeben, trotz Kälte, Wind und Regen, immer freundlich.
Ich bin froh, ohne Blessuren, Blasen, gesund und zufrieden durch die 24h gekommen zu sein. Und das Ziel nahezu erreicht. Bis zu den 48h bleibt noch einiges zu tun. Dank Michael Irrgang hab ich jede Menge Tipps für Training und Planung, die ich für mich anpasse.
Dann bis zum Wiedersehen beim nächsten Lauf!
Danke an Sylvia und Steffi für die Fotos!
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