Texte und Bilder: Teilnehmer, 15.05.2021

Am Sonntag, den 9. Mai 2021, startete um 13 Uhr MESZ wieder ein Team der LG Ultralauf beim Wings for Life World Run.

Urkunde

Das Konzept des Laufes ist einfach: Alle Teilnehmer*innen weltweit starten exakt zur gleichen Zeit. 30 Minuten nach Rennstart fährt ein virtuelles Catcher Car los, zunächst mit Tempo 14 km/h, dann wird jede halbe Stunde beschleunigt, und nach vier Stunden ist das Catcher Car mit seiner Endgeschwindigkeit von 34 km/h unterwegs. Das individuelle Rennen endet dann, wenn man vom Catcher Car eingeholt wird. „The last man/woman standing“ werden als globale Sieger gekürt. Aufgrund der von der App per GPS aufgezeichneten Distanz wird eine globale Rangliste erstellt.

Laut Angaben des Veranstalters war der diesjährige Lauf der gröβte aller Zeiten. Insgesamt 184.236 Teilnehmer*innen aus 195 Nationen legten in 151 Ländern 1.656.840,79 km zurück – als Läufer, Walker oder Rollstuhlfahrer – und sammelten dabei €4,1 Millionen an Spendengeldern für die Rückenmarksforschung. Die meisten nahmen am globalen App Run statt, auch wenn es zum Teil organisierte Events gab in Ländern, in denen die Pandemiesituation dies erlaubte.

Unser kleines, aber feines Team bestand diesmal aus 6 Läufer*innen, die insgesamt 109,51 km erliefen. Als Team landete die LG Ultralauf auf Platz 1.713 im globalen Ranking der mehr als 5.700 Teams.

Die Einzelergebnisse:

Gottschalk, Katrin (GER): 30,27 km
Furrer, Sven (GER): 21,49 km
Wurmbach, Patric (GER): 15,69 km
Kolter, Mechthild (GER): 15,30 km
Bomm, Michael (GER): 15,22 km
Report, Christoph (GER): 11,54 km

Fast alle haben zu ihrem Rennen einen kurzen Bericht geschrieben und Fotos bereitgestellt.

Katrin Gottschalk

Am WfL World Run teilzunehmen war eine eher spontane Entscheidung dieses Jahr. Es schien mir aber ein guter Vorwand für einen längeren Tempolauf zu sein. Vorgenommen hatte ich mir ca. 35 km, was aufgrund meiner vorangegangenen langen Trainingsläufe ein absolut realistisches Ziel war. Dass es 30 Grad warm werden sollte, wusste ich – wie sich 30 Grad bei einem Tempolauf anfühlen, hatte ich leider verdrängt.
Nach einer Stunde schwante mir langsam aber sicher, dass das erforderliche 4:40er-Tempo nicht mehr lange aufrechtzuerhalten war (egal) – und dass meine Trinkstrategie zum Scheitern verurteilt war (fatal). Ich hatte sowohl zu wenig Getränk mitgenommen als auch zu wenig Getränk für meine mobile Versorgungsstation vorbereitet, die ab der 90 Minuten-Marke auf meiner Laufstrecke spazieren gehen sollte. Na gut, Augen zu und durch, dachte ich. Das Tempo pendelte sich dann eher bei 5 min/km ein. Dass selbst meine Leistung vom vergangenen Jahr (ca. 29 km in der Schwüle Hong Kongs) unerreichbar schien, hat mich schon gewurmt, aber ich hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen. Nach zwei Stunden war das Verlangen nach dem kostbaren Nass so groβ, dass ich meine Route änderte, um – mit gefühlt letzter Kraft – einen Brunnen zu erreichen. Nach einer kurzen Erfrischung gab es ein letztes Aufbäumen mit dem Catcher Car im Nacken. Als das Auto 1 km hinter mir war, erreichte ich die Bergabstrecke für den Schlussspurt. Die 30 km-Marke konnte ich dann doch noch knacken, bevor ich zu meiner allergröβten Erleichterung genau am nächsten Brunnen eingeholt wurde. Es war trotzdem wieder ein schönes Erlebnis, dabei zu sein. Auf ein Neues in 2022!

Katrin Gottschalk 2Katrin Gottschalk 4

 

 

 

 

 

 

Sven Furrer

Težak Broj
Das kommt dabei raus, wenn man wie ich heute meint, man könne eine völlig unbekannte Strecke in Istrien mal eben so für den Wings for Life Run laufen. Die ersten 11 km finde ich überhaupt keinen Rhythmus, denn es geht nur bergauf. Nicht steil, aber stetig. Und nur Schotterpisten. Bei Kilometer 8 habe ich Abgasgeruch in der Nase. Da taucht er auch schon auf, der junge Kroate, sein Moped den Berg bei laufendem Motor hinauf schiebend. Nix wie vorbei. Dann verlaufe ich mich noch zweimal, aber die Uhr meldet sich zum Glück. Immer noch kein richtiger Rhythmus. Endlich den höchsten Punkt erreicht, zweifelnd, ob ich bergab die bislang auf die geplante Pace verlorene Zeit werde wieder einholen können. Auf Schotterwegen geht es bergab Richtung Rovinj. Ich gebe Gas. Endlich Genusslaufen. Schnell noch ein Selfie und dann die letzten 3 km in Angriff nehmen. Das Catcher Car meldet sich über die Kopfhörer. Jetzt heiβt es, nochmal alles geben. Endlich Asphalt, aber es bleibt wellig. Und 1,5 km vor dem Ziel noch mal ein langgezogener Anstieg. Dann ist der geplante Halbmarathon nach 1:53 h und 250 Höhenmetern eingelocked. Ich bin platt. Laufe gemütlich weiter und kurz darauf werde ich „gecatched“. Es war klasse, wieder mal ein wenig Rennatmosphäre zu spüren. Zu wissen, da sind Teamkollegen, die sind jetzt auch unterwegs und geben alles. Und am Schluss auch noch ein kleiner Beitrag für einen guten Zweck. Danke, liebe Katrin, für die Einladung zu diesem Event. Es hat sich wirklich gelohnt, dabei gewesen zu sein.

Sven Furrer 1Sven Furrer 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

Sven Furrer 3

Patric Wurmbach

Der Wings for Life Run 2021 war von vorne herein nicht als Wettkampf für mich gedacht, sondern als schnelle Trainingseinheit mit einem Preset von maximal 15 km. Wie schnell sich diese relative Nüchternheit ändert und wie sehr die richtigen Wettkämpfe fehlen, zeigte sich relativ schnell nach dem Start. Die RB-Beschallung per Kopfhörer war aufputschend, die leichten Steigungen der Strecke wie der Wind bei herrlichen Temperaturen wurden ignoriert. Der ganze Stress der letzten Tage war weg. FLOW. Letztendlich kamen 15.69 km heraus, da hier der Kopf wieder Regie übernahm, noch bevor das Pacer Car mich einholte. Ich war fertig, happy, mit leichtem Sonnenbrand und konnte es einen sehr gelungenen Tag nennen.
Schön wieder zu laufen und hoffentlich darf man bald wieder gemeinsam Läufe bestreiten.

Patric Wurmbach 1Patric Wurmbach 2Patric Wurmbach 3

Mechthild Kolter

Dieses Jahr habe ich zum 2. Mal am World Run teilgenommen – natürlich per App. Nachdem ich im letzten Jahr die angestrebten 20 km nicht geschafft hatte, wollte ich die 20er-Marke in diesem Jahr schaffen. Es sah auch alles ganz gut aus, bis Fritz mir ein paar Tage vorher sagte: „Weißt Du, das es am Sonntag 30 Grad und Sonnenschein werden sollen?“ Gewünscht hatte ich mir 10 Grad bei Regen: Das schreckt die Motorradfahrer ab.
Geworden sind es dann nur 28 Grad und ich habe mich gefragt, welcher Idiot bei diesen Temperaturen laufen geht anstatt sich auf der Terrasse ein schattiges Plätzchen zu suchen. Ich. Also habe ich die Erwartungen runtergeschraubt und bin pünktlich um 13:00 Uhr gestartet. Sehr verwundert war ich, dass es hier im Kreis noch mehr Läufer gab, die am Worldrun teilgenommen haben. Die haben alle breit gegrinst und freundlich gegrüßt. Ich weiß nicht, ob die mich angelacht oder ausgelacht haben, da ich so verschwitzt war.
Geworden sind es dann nur 15 km. Aber die Anmeldung für 2022 ist ja bereits offen – vielleicht werden es dann 20 km. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich 3.

Mechthild Kolter

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