Zweiter 6 Stunden Lauf in Harsefeld
Am vergangenen Samstag fand im niedersächsischen Harsefeld der zweite 6 Stunden Lauf statt. Da mit Ramona Franz und Torsten Lange zwei Vereinsmitglieder aus Harsefeld stammen und ich die beiden seit einigen Jahren persönlich kenne, war meine Teilnahme eine Herzensangelegenheit. Im Vorfeld hatte ich die „Nordlichter“ unseres Vereins über meine Teilnahme informiert. Katrin Tüg-Hilbert und Kirsten Althoff folgten meinem Aufruf. Torsten ergänzte das Aufgebot der LG Ultralauf. Aufgrund einer Entzündung im Fuß musste Ramona nicht nur schweren Herzens auf den Start verzichten, sondern sie muss leider auch weiterhin pausieren. Stattdessen sorgte sie vor und nach dem Lauf für die Verpflegung.
Im vergangenen Jahr schleppte ich mich nach grade auskurierter Erkältung bis zur Marathondistanz. in diesem Jahr ging ich dagegen kerngesund und mit viel Vorfreude an den Start. Natürlich sind Ende November keine Bestleistungen zu erwarten, daher hatte ich mir kein Kilometer-Ziel vorgenommen. Sechs Stunden durchlaufen war mir schon ambitioniert genug, betrugen doch meine längsten Einheiten seit dem Taubertal100 Anfang Oktober maximal 26 KM.

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Noch keine Läufer in Sicht.
Der Samstag begann etwas unausgeschlafen aufgrund der Firmenweihnachtsfeier am Vorabend. Wurde mal wieder später als geplant. Nun denn, am S-Bahnhof wurde ich schnell hellwach. „Aufgrund eines Polizeieinsatz wird der S-Bahn Verkehr Richtung Hamburg-HBF bis auf weiteres eingestellt“ Hmmm, wie sollte ich da rechtzeitig zum Treffpunkt bei Katrin und Kirsten sein? Mit Bus und U-Bahn ging es trotz Umweg wenigstens vorwärts, zwischendurch permanentes hin- und herschreiben mit den beiden. Letztlich verzögerte sich unsere Abfahrt grade mal um 20 Minuten, so dass wir rechtzeitig in Harsefeld eintrafen. Die Begrüßung der Lauffreunde wie Conni Feurich, Burkhard Löher oder Rolf Graubner fiel erstmal kurz aus, aber wir hatten ja noch einige Stunden Gelegenheit zu quatschen.

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Von links nach rechts: Ramona, Kirsten, Katrin, Christian, und Torsten
Nach unserem Gruppenfoto ging es dann zur Laufstrecke im Klosterpark. Die Runde im Klosterpark und um die Bartholomei-Kirche betrug 1300 Meter und führte überwiegend über befestigte Sandwege. Dazu noch über zwei längere Stege, die aufgrund der nasskalten Witterung doch wieder einiges an Rutschgefahr besaßen. Durch die geänderte Laufrichtung wurde jedoch die Sturzgefahr entschärft, dadurch durften wir die Strecke um die Kirche diesmal „bergauf“ laufen.

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Endlich geht’s los!
Mit etwa 5 Minuten Verspätung wurden wir dann auf die Strecke gelassen. Die ersten zwei Stunden blieben Katrin, Kirsten und ich zunächst zusammen. Das Tempo ergab sich einfach, wir ließen es einfach so laufen, dass Quatschen möglich war. Irgendwann liefen wir dann auf Torsten auf. Die Damen ließen es sich nicht nehmen uns einfach zu distanzieren. Nun haben Torsten und ich als bekennende HSV-Fans derzeit andere Sorgen und fügten uns dem Schicksal …

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Nach zwei Runden musste Torsten mich allerdings ziehen lassen, sodass ich in den kommenden Stunden überwiegend alleine meine Runden drehte. Mein Tempo zog ich nun konstant durch und war überrascht, dass ich auch ab der fünften Stunde nicht abfiel. Kirsten hatte sich inzwischen – wie angekündigt – nach knapp vier Stunden verabschiedet. Dies quasi als Retourkutsche, verließ ich sie doch bei der 100KM DM in Leipzig nach Hälfte der Distanz.

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Achtung Vogelgrippe
So langsam wurde es leerer auf der Strecke. Einigen reichte es, nach Erreichen der Marathonmarke auszusteigen. Zunehmend wurde auch mehr gegangen. Katrin hatte sich in der Zwischenzeit auf „Aufholjagd“ begeben und überrundete mich nach etwas mehr als fünf Stunden. Eigentlich zum passenden Zeitpunkt, wurde es nun doch langsam etwas anstrengend. Das Gefälle direkt nach der Verpflegungsstelle und der Anstieg um die Kirche, den ich aufgrund des leichten Windes kurz vor der Kuppe bereits „Mont Ventoux“ getauft hatte, merkten wir inzwischen in den Beinen. Zu zweit wurde es zwar nicht wirklich leichter, aber die Zeit verging doch schneller. Das zwischenzeitliche 1:0 des HSV im Nordderby wurde mit einem „nur der HSV“ von Torsten und mir gebührend gefeiert.

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Sieht gar nicht so schwer aus, oder? Torsten ist gleich oben.
Da es keine Restmetervermessung gab, beendeten Katrin und ich die letzte Runde und das Rennen nach knapp 5:57 Stunden. Positiv ausgedrückt: Unser Durchhalten wurde mit 3 Minuten Zeitersparnis belohnt. Für Katrin reichte es zum zweiten Platz in der Damenwertung. Abweichend vom Veranstalterergebnis schrieb ich mir 58,15KM ins Berichtsheft.

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Anlass gab es reichlich, den Tag gebührend abzuschließen. So hatte Ramona einen Tisch im Diner bei der Eishalle reserviert. (Achtung Nerdwissen: „Die kälteste Eishalle Norddeutschlands“). So saßen und plauderten wir gutgelaunt bei Burger, Spezi und Bier noch bis neun zusammen und verabredeten uns für Oldendorf im Januar.
Bericht: Christian Mohr, Fotos: Ramona Franz, 28.11.2016

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