Text: Walter Kühnlein, Fotos: Privat, 9.12.2022

Nach dem sehr ausführlichen Bericht von Michael über seinen Einstieg bei den 6Tage in Ungarn kommt hier mein Bericht.

Eigentlich wollte ich nix schreiben, aber etwas wurmt mich doch andauernd. Deshalb ein paar Anmerkungen meinerseits. Er kommt aus der Sicht eines „langsamen Wanderers“ – wie Michael uns Marschierer mehr oder weniger schmeichelhaft umschrieben hat.

Als Wiederholungstäter habe ich den Novizen voraus, dass ich frühere Fehler nicht noch mal wiederholen muss. Die sogenannten Bergauf Passagen ( pro Runde 2 Höhenmeter ) bin ich von Anfang an vernünftig angegangen. Bergab ( auch 2 Höhenmeter ) habe ich mich natürlich bewusst zurück genommen. Deshalb hatte ich auch muskulär NULL Probleme.

Ich bin nach Ungarn gefahren mit einem einzigen Ziel: Ich wollte einen neuen deutschen Rekord im 6-Tagelauf für Männer M70! Dass in dieser Altersklasse die Luft sehr dünn geworden ist für Ausdauerleistungen über 6 Tage ist wohl unbestritten. Ich möchte mal behaupten, dass es in Deutschland keine 10 Männer dieser AK mehr gibt, die eine solche Leistung hinkriegen. Bei den Damen sieht das extrem besser aus, das will ich auf keinem Fall unterdrücken.

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Dass man auch nicht mehr wie ein junges Reh der Altersklassen bis M50 herumspringt ist wohl auch klar. An so ein Unterfangen in meinem Alter geht man mit Disziplin, kühlem Kopf und einer Portion Leidensfähigkeit heran. Und zwar genau in dieser Reihenfolge.

Ich hatte von Anfang an einen Plan, der perfekt aufgegangen ist. So kann ich mich jetzt mit 380km als Inhaber des deutschen Rekords im 6-Tagelauf der AK70 auf die Schulter klopfen.

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Und gucken wir mal in 20 Jahren, ob die jungen Pferde von heute dann überhaupt noch unterwegs sind, eventuell als „langsame Wanderer“ oder so.

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