Etappe9 von Solingen-Burg nach Bornheim bei Bonn

ICH BIN ALSO WIEDER DABEI!

T9 3Es regnete in Strömen, als wir drinnen frühstückten und das Gepäck direkt zum LKW bringen mussten. Ob das heute jemals aufhört, wusste keiner genau. Mir war es auch egal, ich wollte es wissen und würde also auch nicht losschleichen: Hopp oder Top!
Ich meldete mich bei dem Zeitnehmer wieder an und trug mich in die Startliste ein. Heute starteten alle um 6 Uhr zusammen, da wir erst gemeinsam zur Burg rübergingen und dort starteten. Es wurde dann tatsächlich 6:17 Uhr, bis es losging. Es begann mit 18km Trail und dazu hatte ich meine Goretex-Trailschuhe ausgepackt und das war definitiv die richtige Wahl. Der heftige Regen machte uns doppelt zu schaffen, die Strecke war z.T. schlammig und rutschig, dazu waren die ganz frischen Markierungen nur kurzzeitig bzw. schlecht zu sehen – nicht einfach. Ich wollte es wissen und lief verhalten, aber mit Speed. Relativ bald lief ich relativ vorne mit, war aber richtig froh, dass eine Tagesetappenläuferin einen GPS-Track bei sich hatte. Mehrmals guckte sie nach und wir orientieren uns danach. Ich versuchte bei ihr zu bleiben, doch gelegentlich war sie einfach zu schnell.
Am 1.VP steht Michaela Kirchner von LG Ultralauf. Sie ist seit gestern als Helferin dabei und begrüßte mich herzlich. Am 2.VP ist dann der Trailteil fast beendet und ich versuchte mehr Pace aufzunehmen, ohne zu überziehen – immerhin lief ich gelegentlich sogar mal unter 6min/km, meist aber darüber. Wir liefen durch viel nasses Grün, selbst unter diesen Voraussetzungen eine Augenweide. Und einige KM vor Köln hörte doch tatsächlich der Regen auf.

T9 1Ich war noch nie in meinem Leben in Köln ….. und nun lief ich am Rheinufer entlang mit dem Blick von weitem auf den Dom – HERRLICH!!! Was für ein Geschenk – dieser Tag machte das schon wett, diese 4 Tage Nicht-Laufen-Können. Und jetzt nahm ich jeden zusätzlichen Lauftag als Bonus! Wenn sich meine Achillessehne wieder heftig melden sollte, dann ist das eben vorbei – in Anbetracht der Heftigkeiten, die da noch kommen, war das leicht möglich, zur Zeit und für den Moment war es okay! Also auf den Dom zu.

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An den Rheinterassen war der nächste VP und ich fühlte mich immer noch gut – ich verabschiedete mich dort, jetzt wurde erstmal der Marathon vollgemacht. Wir liefen immer wieder am und über den Rhein. Es ging langsam wieder raus aus Köln in die Vororte. Auch nach der Marathondistanz ging mir nicht die Puste aus – ich bin wohl doch ein Ultra, in der Tiefe meines Herzens bzw. der Lunge oder der Muskelfasern…..
Schon erwischte mich der nächste heftige Regenschauer. Zum Glück lief ich gerade auf einen VP hinzu und konnte mich kurz unterstellen. KM50 war abgehakt und es ging kurz danach auf den Radweg am Rhein entlang, So blieb das nun bis kurz vor Schluss, also war keine große Aufmerksamkeit für Markierungen nötig . So riss ich auch die letzten KM runter und kam knapp unter 7Std ins Ziel – man was war ich froh! Und morgen muss ich dann auch noch in der schnellen Gruppe starten – hätte ich mir nicht so ausgesucht, denn morgen bin ich ja nimmer so ausgeruht.

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Der Abend schloss mit gelieferten Pizza und Pasta, Kurzbriefing, da es sowieso immer nur am Rheinradweg entlang geht.

Text und Bilder: Roland Krauss, 24.7.2017

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