Buchrezension – Christoph Falkenroth: Läuferknie und Sport-BH, Text und Bild: Michael Irrgang, 19.11.2023

LaeuferknieDa Ultralaufen für die meisten von uns ein gewöhnliches Hobby ist, gehen unsere Vereinsmitglieder ganz normalen Beschäftigungen nach. Christoph Falkenroth ist beispielsweise Autor, genauer Drehbuchautor, der mit „Läuferknie und Sport-BH“ sein erstes Buch präsentiert. Es ist so eine Art lustig geschriebenes Lexikon, in dem zahlreiche Begriffe aus dem Läufer-Jargon erklärt werden. Von A wie Achillessehne bis Z wie Zieleinlauf.

Dabei nutzt der Schreib-Profi sämtliche stilistischen Mittel, um fantasie- und humorvoll als auch kompetent die schwierige Materie aus der Trainingslehre, der Medizin und dem Läuferalltag verständlich zu erklären.

Beispielsweise beginnt die Erklärung zum Thema „Aerob-Anaerobe Schwelle“ mit folgenden zwei Sätzen:

„Mit öder Konsequenz anstrengungslos im eigenen Wohlfühltempo einherzudüdeln, ohne je in Atemnot zu geraten, bringt eventuell Wohlempfinden, aber sicher keinen Trainingsfortschritt. Den erreicht man nur durch Trainieren möglichst dicht an der ANS, der persönlichen anaeroben Schwelle – die sich wiederum durch eben dieses Training verschiebt, was den aeroben Bereich langsam, aber sicher vergrößert, wodurch es möglich ist, länger zu trainieren, ohne die eigene Belastungsgrenze zu überschreiten.“

Freunde langer Sätze kommen bei diesem Buch voll auf ihre Kosten wie man bereits an diesem Textschnipsel feststellen kann.

Der namensgebende Begriff Läuferknie wird übrigens gar nicht erklärt, sondern verweist auf den englischen Ausdruck Runner’s Knee. Nach einer wortreichen Erklärung, was diese Verletzung ist und bei welchen Umständen man Gefahr läuft, sie zu bekommen, gibt er kluge Ratschläge, was in diesen Fällen Abhilfe des Leidens schaffen kann:

„Kühle Umschläge hingegen, Laufpausen, Wechsel der Straßenseite oder Laufrichtung (wegen der Neigung), die Vermeidung von Kurven und Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster, Waldboden Hügel und Berge, die Aufbringung oder Einnahme entzündungshemmender Medikamente, Eisbehandlungen, Wechselbäder, Korrektur eventueller Bein- und Fußfehlstellungen oder Mutters Quarkwickel, all diese Dinge sind geeignet, das „runner’s knee“ zu lindern, wenn nicht gar zu eliminieren.“

Egal, aus welcher Kategorie der Begriff stammt – Christoph erklärt sachkundig, gibt Ratschläge und berichtet zwischendurch immer wieder von eigenen Erfahrungen, denn immerhin ist er bereits Ende des letzten Jahrtausends seinen ersten Marathon in seiner Heimatstadt Köln gelaufen und ist mittlerweile zu einem gestandener Ultraläufer erwachsen.

Mit hat das Buch wirklich gut gefallen. Es ist sicher kein Nachschlagewerk, sondern eher leichte Ultrahaltungsliteratur, die man von vorne bis hinten vergnügt durchlesen kann.

Daher eine klare Empfehlung für ein Weihnachtsgeschenk für alle Läufer und Laufinteressierten.

Nach oben scrollen