Bilder: Michael Bohm, Pasquale Brandi, Text: Michael Bohm, Michael Irrgang, Tabellen: Michael Irrgang

Heute Mittag um 15 Uhr wurde die erste Weltmeisterschaft im 6 Tagelauf in Policoro im Süden Italien direkt am Mittelmeer gestartet. Und Deutschland ist mit einem starken Männer- und Frauenteam bestens vertreten.

Wir werden versuchen, mit Bildern und Texten den Wettkampf ein wenig aus der Distanz zu kommentieren und beginnen mit einem kleinen Vorbericht und einem ersten Zwischenstand nach 6 Stunden.

Die Überlegungen der IAU alle Bestenliste für Mehrtagesläufe einzufrieren und keine neuen Rekorde und Ergebnisse mehr aufzunehmen, sorgte für einige Aufregungen in der Szene.

Die Stossgebete wurden erhört und die Lauflegende Yannis Kouros stiegt ab vom Olymp um mit Trishul Cherns die Global Organisation of Multiday Ultrarunners , GOMU, ins Leben zu rufen. Diese schreibt nun Weltmeisterschaften für 48h, 72h 6d und 10d aus.

Pasquale Brandi veranstaltet seit Jahren Ultra Marathon Festivals mit einer Vielzahl von Strecken bis hin zu 1000 Meilen und so konnte die Ausrichtung der ersten 6-Tage-Weltmeisterschaft einem bewährten Ausrichter anvertraut werden.

Durch diese Aufwertung und Anerkennung durch die GOMU konnten nicht nur sehr viele internationale Spitzenläufer der Disziplin, sondern auch viele Erststarter für eine Teilnahme gewonnen werden.

Ein Start in Policoro kann wunderbar mit einem Besuch der Weltkulturerbe von Matera oder einem Besuch von Pompeji verbunden werden.

Der 1077 m lange Rundkurs befindet sich auf einem Campingplatz, 200m vom Sandstrand entfernt. Die Teilnehmer bewohnen mit ihren Betreuerteams schöne Bungalows, wo sie sich beliebig ausruhen und pflegen können.

Insgesamt kämpfen 11 Athletinnen und 35 Athleten aus 15 Ländern um die ersten WM-Titel in der Frauen-/Männerwertung, der Altersklassenwertung sowie in der Nationenwertung. Damit viele Nationenteams zustande kommen, hatte man erst kürzlich die Mannschaftsgröße von 3 auf 2 reduziert.

Starter

So gibt es 7 Nationen mit mindestens einem Männerteam und 4 Nationen mit einem Frauenteam.

Ein sehr gut besetztes Feld ist gestartet mit einigen sehr bekannten Namen wie Andrea Marcato, der Seriensieger der letzten 5000 km Läufe oder Gabor Rakonczay, der die letzten beiden 6-Tageläufe in Balatonfürde gewonnen hatte. Einige haben bereits sehr gute Ergebnisse im 6-Tagelauf in ihrer Vita stehen, andere, die debütieren, habe sehr gute Leistungen über 24h und 48h sind am Start. 

Die Farben der LG Ultralauf vertreten Edda Bauer, mehrfache AK Weltrekordhalterin auf Distanzen bis 2000km.

Willi Klesen nimmt nach zwei 48h Läufen seinen ersten 6d-Lauf unter die Sohlen, unterstützt von Sohn Alexander. Ich freue mich auf meinen vierten Lauf in diesem Format und auf dem professionellen Support von Steffi Knopf, die Team Germany schon zweimal in Ungarn bei der World Trophy zu Medaillen geführt hat.

Tag0 1Team

Alexander, Willi, Steffi mit mir am Vorabend der Veranstaltung.

Da ich beim letzten mit meiner Leistung u zufrieden war, habe ich in der Vorbereitung diesmal alles richtig gemacht, und Michael Irrgang gewinnen können, mich zu trainieren. 

Reines Kilometersammeln wurde ergänzt durch neue Reize mit Intervallen, Tempo und Höhenmetern, auch wenn uns diese in Policoro nicht begegnen. Das hat einen Leistungssprung gebracht, den ich ‘nur noch’ umsetzen muss 😉 Eine neue Bestleistung wird auf jeden Fall angestrebt!

Das Rennen teile ich mir in 3h Blöcke ein mit einer geplanten Bruttolaufpace und verbunden durch ein festes Raster mit kurzen und längeren Pausen. Mal sehen, ob der Plan funktioniert!

Eröffnungsfeier mit Flaggenparade

Am Abend vor dem Rennen fand  eine Zeremonie statt, die Weltmeisterschaftsflair aufkommen ließ. 

Hymnen wurden für alle teilnehmenden Nationen gespielt. Und Yannis Kouros gab sich die Ehre uns zu begrüßen. 

Tag0 3Flaggenparade
Flaggenparade

Tag0 2Prominenz

Im Vorfeld hatte ich bereits Kontakt mit Trishul Cherns, dem Presidenten der GOMU. Nun lernte ich ihn persönlich kennen und Yannis Kourus, einem der Vizepresidenten der GOMU, gleich auch noch.

Der Rennstart nach 6 Stunden

Text: Michael Irrgang

Logischerweise sind alle Starter top trainiert, aufgeregt und gut ausgeruht, haben alle defensive Pläne mit einem vorsichten Start und starten viel zu schnell. ALLE ohne Ausnahme. Das macht auch nichts, aber wichtig ist, dass man sehr schnell in „seinen Rhythmus“ kommt und dann geduldig Runde für Runde abarbeitet; nicht überzieht aber auch nicht trödelt.

Eine gute Taktik wäre folgende Kilometerleistungen für die 6 einzelnen Tage: 160 – 140 – 130 – 130 – 130 – 130. In Summe wären das 820 Kilometer. Im ganzen letzten Jahr gab es nur eine Leistung, die mit 844 km besser war und nur 3 Läufer und keine Frau liefen über 800km! Selbst 700 Kilometer liefen im vergangenen Jahr nur 14 Männer und 5 Frauen.

Wir werden das beobachten, wie sich die Experten das Rennen einteilen, aber mein Eindruck ist, dass entweder eine bisher noch nie erreichte Leistungsdichte in der Spitze erreicht wird oder sich die Athleten gegenseitig ins Verderben motivieren, wie man es manchmal beim Spartathlon beobachten kann.

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Die Tabelle zeigt den Stand nach 6 Stunden. Aufgelistet werden die ersten drei Männer und Frauen sowie alle deutschen Starter. Die ersten beiden Spalten zeigen die Gesamtplatzierung und die Platzierung in der Männer-Frauen-Wertung. Die dritte Spalte zeigt die Renndauer der letzten Zeitnahme.

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Michael, Edda und Willi in den ersten Stunden des Wettbewerbes. Bilder: Trishul

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