Text: Sabine Kramer, 16.6.2022

TorTour de Ruhr:
Heisst Ruhrtalradweg, von der Ruhrquelle in Winterberg bis zum Rheinorange in Duisburg.

287127685 334628248833494 570182065843271953 nFoto: Michael Schmitt
Start in Winterberg: 230 KM, oder Start ab Arnsberg: 160 KM, oder Start ab Hagen: 100 KM. Das Ziel ist für alle das Gleiche: ? ?
Für mich ging es zum Start nach Hagen. 100 KM, überwiegend Asphalt sind für mich schon ’ne ordentliche Hausnummer ?
Meine ?Crew Micha und ich sind Samstagabend nach Hagen gefahren, ich hab eingecheckt, Micha hat beim Poserkram-Shop-Aufbauen geholfen, ich mich schonmal gesammelt. Aufregung kam. Hab versucht, noch im schönsten Bulli der Welt zu schlafen, klappte nicht.

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Foto: Sabine Kramer

Also zum Startbereich, der auch VP für die 230er u 160er war. Nach und nach kamen Läufer, um sich zu stärken. Dann waren alle 100er zum Briefing versammelt, dann der Start.

Die Aufregung löste sich, einzig noch Stoßgebete zum Himmel, dass es bitte das gemeldete Gewitter nicht gibt. Da hab ich echt Schiss vor.
Es wurd nach und nach heller, die Sonne ging auf. Herrlich ? hier und da ein Gespräch auf der Strecke, ca. alle 10 KM wartete meine ?Crew Micha auf mich, es wurd nicht langwierig. Es ist echt schön anne Ruhr find ich.

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Foto: Michael Schmitt

Und man hat immer wieder jemand bekanntes getroffen, und wen man bis dahin nicht kannte, so kannte man ihn jetzt ?

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Foto: Michael Schmitt

Die Crews aller Läufer waren irgendwie für alle und jeden da, ein unglaubliches Miteinander ? Die VP’s ließen keine Wünsche offen, die Helfer dort und unterwegs waren alle sehr aufmerksam. Überhaupt war alles super durchorganisiert.
Einzig die Wärme und die usselige Luft dazu.

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Foto: Michael Schmitt

Am VP „ab hier nur noch ein Marathon“ saß „Knochenbrecher“ Krista und fragte nach meinen Waden…
Waden waren top, aber Gesäßmuskeln nicht. Die Frau ist der Hammer
. Hat mich kurz mit ihren Daumen gequält und siehe da: Verspannung wich, ohne Scheiß, sie hat Wunder bewirkt ?liebe Krista, allerliebsten Dank auch hier nochmal dafür ?
Ab hier nur noch ein Marathon, lief ja eigentlich ganz gut. Dann gab es einen ordentlichen Regenschauer. Der tat echt gut. Mir war sooo warm.
Regen hörte irgendwann auf, Sonne kam raus, und es dampfte richtig aus den Wiesen. Unerträglich, diese Waschküchenluft ?
Dann der letzte bei KM 77, Mattin sagte, jetzt kommt erstmal Feldweg statt Asphalt, Juhuuuu ? nochmal gestärkt, nächsten Treffpunkt mit ?Micha vereinbart, und weiter.

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Foto: Sabine Kramer

Die Strecke wurd von Pferdewiesen und schönen Wegen geziert, aber dann ging es los:
Mein rechter Fuß fing an zu zicken, dann wurd mir übel…. DAS hab ich oft gehört, das jemand „Magen“ hat beim Laufen, bis dato kannte ich das nicht. Noch nie gehabt. Ich bekam nix mehr zu essen oder zu trinken runter. Hatte ?Micha bei KM 85 dann gebeten, alle 5 KM zu stehen. Zur Vorsicht. Ich hatte das Gefühl, ich komm nicht voran, obwohl ich hier u da noch wen überholt habe. In Mülheim hab ich mich noch in dem Park verfranzt… unkonzentriert…
Bei KM 90 stand ?Micha auf so nem Deich, hatte alles, was das Herz begehrt, darauf geschleppt, und ich bekam beim Anblick der Snacks u Getränke schon Brechreiz. Also weiter, nur noch 10 Kilometer. Das schaff ich jetzt auch noch. Bei KM 95 wollte Micha wieder stehen. Irgendwie hatt ich mich genau da verfranzt. In Duisburg, beim Innenhafen. Hab ?Micha angerufen, ob ich ihn verpasst hätte. Nein, zum Glück nicht. Aber als ich bei ihm ankam, bin ich mich dafür entschuldigend vorbeigelaufen. Wenn ich jetzt nicht weiterlaufen würde, könnt ich nur noch gehen, käm dann nicht mehr in den Trab. So, noch fünf Kilometer, verdräng Übelkeit, Fuß, und komm voran. Ich hab mich sooo gefreut, als mir junge Mädels zugerufen haben: noch da umme Ecke, dann kannst du ES ? schon sehen ?

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Foto: Sabine Kramer

Ohja, dahinten isses, ich konnte es sehen… aber ich kam und kam ihm gefühlt nicht näher… „Noch 1KM, Heulkrampf bitte“ mir war zum Heulen, mir war echt übel… dann hörte ich Thomas‘ Stimme: „Daaa kommt Sabiiiiiine Kramer!!! “
Jetzt wurd ich wach, komm, bist gleich da, Juhuuuu, geschafft ?
Aber: wo ist ?Micha???
Ich war dann auf den letzten 5 KM schneller, als wir dachten, und so war ich kurz vor ihm am ?

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Foto: Helmut Hanner

Dann kam alles auf einmal:
Emotionen, Glück, Schmerzen, immer noch die Übelkeit, der Fuß tat auch noch weh, das ? ungläubig anstarrend, dass ich es tatsächlich geschafft habe, wurd‘ ich dann von Jens freundlich lächelnd daran erinnert, dass ich das ? noch abklatschen muss, damit er meine Zeit stoppen kann ?
Allerdings hatte ich danach echt Probleme, mich fortzubewegen. Zum Glück gab es einen Shuttlebus, so musste ich nicht bis zum Parkplatz gehen. Als ich Ausstieg, bekam ich Schüttelfrost. Micha hat mich quasi in den Bulli geschoben und dann gings zum Hotel.
Nach einer heißen Dusche und der „Wunderbrühe“ aus dem Getränkeautomat ging es mir um Längen besser. Wir sind dann noch zum „Ausklang“ und um den Siegern bei der Siegerehrung zu applaudieren ins Wyndham Hotel gegangen. Das Gehen tat gut, und der Weg hat sich gelohnt. So konnte man hier und da noch persönlich gratulieren und sich bei dem ein oder anderen noch persönlich bedanken.

288072944 1250420495701880 834628790828077804 nNach einer schlafreichen Nacht im superbequemen Hotelbett bin ich morgens erstaunlicherweise schwungvoll aus dem Bett gestiegen, ohne Wehwehchen?
Nach dem Frühstück ging es dann nach Hause.
Nur die Übelkeit kam tagsüber wieder…
Fazit:
Die TorTour de Ruhr, geschafft, ein unglaublich herzliches, super durchorganisiertes Läuferhighlight, wo jeder für jeden da ist, wo sooo viel Herzblut drin steckt, wo ich zwischendurch Zweifel hatte, ob ich es trotz Usselluft, Übelkeit, Mimimi schaffe, so viele Eindrücke und neue Erfahrungen für mich, „die Crew bringt dich da durch“ ist so, bewundernswert.
Danke an Jens und Ricarda , und all ihre Helfer, die so viel Herzblut❤ in „ihr“ Ding stecken…?
Danke nochmal an „Knochenbrecher“-Krista ?
UND VOR ALLEM

sm

Foto: Stefanie Mutmann

DANKE AN MEINE MEGATOLLE ?CREW MICHA ??? Meine Crew bringt mich da durch

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