Text: Michael Irrgang, Bilder: Martina Stumpf-Irrgang, 02.08.2021

In Erinnerung an den ersten Marathon, der bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit vor genau 125 Jahren in Athen ausgetragen und von Spiridon Luis gewonnen wurde, fand am 31.7.2021 in Langscheid am Sorpesee der HOMAS statt, das Akronym von „Historischer Marathon am Sorpesee“.

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Morgens bei der Startnummernausgabe auf der Seebühne in Langscheid

Mit kraftvollen Klängen aus Carl Orffs Carmina Burana wurden die ca 50 Läuferinnen und Läufer morgens auf die Strecke geschickt.

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Kurz nach dem Start führte die Strecke an dieser schmalen Stelle vorbei, was ohne Rückstau funktionierte, bevor über den Damm gelaufen wurde. Für die Teilnehmer galt es, dreimal die Sorpeseetalsperre zu umrunden, womit genau 45,9km zusammenkamen mit immerhin ca 150 Höhenmetern bei teilweise recht starkem Wind, der selten von hinten und oft von vorne kam.

Schnellster des Tages wurde Renè Strosny, der ab der ersten Kurve keinen Zweifel an seinen Absichten zuließ und mit konstanten Rundenzeiten in 3:25h das Rennen mit großem Vorsprung gewann.

Bei den Frauen gewannen gemeinsam Britta Hübner und Sylvia Faller in einer guten Zeit von 4:23 Stunden. Sie trafen sich Mitte der zweiten Runde und liefen den Rest gemeinsam.

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Direkt nach Zieleinlauf wirkten die gemeinsamen Siegerinnen Sylvia (links) und Britta (rechts) nicht wirklich erschöpft.

Für einige Teilnehmer war dieser Lauf der erste „richtige Wettkampf“ seit Jahren und so war das Wiedersehen innerhalb der Lauffamilie und das Tragen einer Startnummer ein großes Erlebnis.

Einige sind allerdings etwas zu optimistisch angelaufen und etwas eingebrochen, während sich andere das Rennen sehr gut eingeteilt hatten. Zur zweiten Gruppe zählte an diesem Tag Angela Strosny, die in ihrer letzten Runde einige Plätze aufholte und schließlich auf Platz 3 liegend mit einem Freudenstrahlen das Ziel erreichte.

Bei den Männern verlief das Rennen um die übrigen Podestplatzierungen ähnlich spannend mit einigen Positionswechseln. Letztendlich lag Dirk Thies auf Platz 3 hinter Ged Kirschke, der ebenfalls ein beeindruckend gleichmäßiges Rennen lief.

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Die besten drei Männer und Frauen wurden wie bei den ersten olympischen Spielen mit einem Olivenkranz (Kotinos) geehrt, der am Abend zuvor selbst gebunden wurde. Passend dazu gab es eine kleine Flasche hochwertiges Olivenöl, eine Urkunde und eine Teilnehmermedaille. Ein Plastikpokal wäre unserem Konzept nicht gerecht geworden und die Teilnehmer freuten sich über die ungewöhnliche Ehrung, die von den LG Ultralauf- Präsidiumsmitgliedern Evi Piehlmeier und Michael Irrgang durchgeführt wurde.

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Gut gelaunt beendete diese Laufgruppe die erste Runde. Tatjana Diekmann, Gisela Vorstermanns, Petra Fornacon und Mauricia von Siegler lernen sich beim gleichzeitig stattfindenden Laufseminar kennen und liefen als Team.

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Melanie Fraas und Susanne Raßmann freuten sich voller Stolz über ihr Finish, denn sie waren bisher nie länger als Halbmarathon gelaufen und absolvierten nun gemeinsam ihren ersten Ultramarathon. Wie alle Finisher bekamen sie einen Olivenzweig, der sicher einen Ehrenplatz in der persönlichen Trophäensammlung bekommt.

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Jan Förster beendete mit dem HOMAS bereits seinen dritten Ultra in diesem Jahr. Dennoch ist jedes Finish etwas Besonderes und ein Quell von Freude.

Marathon, Olympia und Spartathon sind sehr spannende Themen, zu deren Geschichte und Gegenwart es sehr viel zu berichten gibt. Und so wollten wir den Samstag nicht nur den Lauf in Erinnerung an den ersten Marathonlauf und seinen historischen Ursprung angemessen gestalten, sondern hatten für den Abend noch entsprechende Vorträge vorbereitet, an denen die Laufteilnehmer teilnehmen konnten. Evi und Guido Piehlmeier berichteten von der Geschichte des Marathons und der olympischen Spiele, als Spartathlon-Finisher 2010 übernahm ich den entsprechenden Part. Und dann hatten wir noch das unglaubliche Glück, mit Regina Esser, Partnerin eines Teilnehmers am Laufseminar, eine Olympionikin in unserem Kreis zu haben, die, nachdem sie tagsüber am Versorgungspunkt die Läufer perfekt betreute, später von ihrer Teilnahme 1984 in Los Angeles im Doppelvierer im Rudern berichtete.

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Abends gab es unter anderem einen Vortrag über den Spartathlon

Ein großer Dank geht an den Verein SV Amecke, insbesondere unseren engagierten Ansprechpartner Egbert Berghoff, der Ende Juni immer den Sorpeseelauf ausrichtet und uns sofort Hilfe anbot, als wir vor langer Zeit anfragten. Sie betreuten überaus kompetent einen weiteren Versorgungspunkt etwa bei der Hälfte der Runde. Überhaupt muss erwähnt werden, dass die beteiligten Organisationen, sei es die Stadt Sundern, die Sorpesee Gesellschaft und der Ruhrverband äußerst kooperativ waren und die Durchführung unter Coronabedingungen ermöglichten.

Wie wir von unserem Landesverband kürzlich erfuhren, hat es einige Sportvereine durch die Regenfälle und Überschwemmungen sehr hart getroffen und vielfach wurden nicht-finanzierbare Schäden verursacht. Der Deutsche Olympische Sportbund hat daher eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Den gesamten Erlös der Laufveranstaltung werden wir hierfür spenden.

Rückblickend war es schon recht aufwändig ein Laufseminar zu veranstalten und eingebettet einen kleinen Lauf für max 100 Teilnehmer zu organisieren. Aber es hat alles funktioniert und im ersten Feedback allen gut gefallen. Und es ist uns tatsächlich gelungen, ein wenig „griechische Atmosphäre“ auf die Seebühne hinzubekommen. Als Versorgung gab es neben „dem Üblichen“ griechisches Gebäck, Datteln, Feigen, Melone und Weintrauben und die Musik spielte traditionelle, griechische Musik, die Andreas nach seinem Zieleinlauf (!) sogar zu einer kleinen Sirtaki-Einlage motivierte. Und an der „Finisher-Bar“ gab es richtige „Göttercocktails“.

Nur auf griechische Dramen verzichteten wir gerne. Von den 18 Frauen erreichten 16 das Ziel und bei den Männern liefen 26 von 28 drei volle Runden.

Es gab schon Nachfragen, aber nein, es wird keine Wiederholung dieser Veranstaltung geben, obwohl es auch den beteiligten Organisatoren und Betreuern viel Spaß gemacht hat.

Bilder der Veranstaltung: Link

Die Ergebnisliste:

Nr Name Verein AK Zeit Platz MW
1 René Strosny   M45 03:25:04 1
2 Gerd Kirschke LG Ultralauf M65 03:54:10 2
3 Dirk Thies Keine Schmerzen  M55 04:02:10 3
4 Andreas Häußler LG Ultralauf M55 04:12:13 4
5 Sven Furrer LG Ultralauf  M50 04:14:19 5
6 Michael Bohm LG Ultralauf  M55 04:15:15 6
7 Jan Förster LG Ultralauf M60 04:22:05 7
8 Lothar Esser Spiridon Frankfurt M60 04:22:20 8
9 Britta Hübner   W55 04:23:05 1
10 Sylvia Faller LG Ultralauf  W55 04:23:05 1
11 Udo Vierhaus Team 4haus M65 04:24:00 9
12 Guido Piehlmeier LG Ultralauf M60 04:27:20 10
13 Peter Vorstermanns   M60 04:36:40 11
14 Ralph Dietz Team Deutschland  M55 04:37:02 12
15 Christian Hahnen Lauf Team Unna M50 04:43:00 13
16 Ingmar Uhrich Lauf Team Unna M55 04:43:00 13
17 Uwe Rüping  Lauf Team Unna M55 04:43:30 15
18 Rainer Mika VfB Salzkotten M55 04:43:50 16
19 Stephan Reers SOLO M55 04:45:10 17
20 Michel Leblois Team Erdinger Alkoholfrei  M55 04:46:50 18
21 Angela Strosny   W55 04:47:00 3
22 Eva Piehlmeier LG Ultralauf W50 04:48:00 4
23 Marc Heupel Happy Running Family M45 04:49:10 19
24 Mechthild Kolter LG Ultralauf W55 04:56:42 5
25 Ralf Simon LG Ultralauf M60 04:56:50 20
26 Jochen  Konradt  Alte Liebe  M55 04:57:50 21
27 Marion  Konradt  Alte Liebe  W55 04:57:50 6
28 Carmen  Tautges  LG Ultralauf W45 05:00:12 7
29 Gerd Nergert   M65 05:07:40 22
30 Rebekka Klinken   W35 05:07:46 8
31 Stephan Perpeet Rennsteiglaufverein M55 05:12:10 23
32 Melanie Fraas LC Adler Bottrop W45 05:16:00 9
33 Susanne Raßmann LC Adler Bottrop W45 05:16:00 9
34 Christine Herzog Fit in Lautern e.V. W55 05:20:20 11
35 Jürgen  Viedt LG Ultralauf/ Fit in Lautern  M60 05:20:20 24
36 Gisela Vorstermanns   W60 05:25:55 12
37 Petra Fornaçon LG Ultralauf W60 05:25:55 12
38 Tatjana Diekmann   W50 05:25:55 12
39 Joachim Mertens LG Ultralauf  M60 05:43:30 25
40 Dorothea Brahm-Tobies   W55 05:44:56 15
41 Kay Giese  100 MarathonClub, Post SV Buxtehude  M50 05:57:00 26
42 Carmen  Schilling  Buxtehude  W55 05:59:59 16
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