Team-Challenge Sprintstaffel Köln

Text: Jörg Schirrmacher, Köln, 22.06.2021

Nach mehreren Corona bedingten Terminverschiebungen war jetzt der 19. Juni 2021 als Wettkampftag gesetzt. Aber wie ist für uns Ultraläufer eine Team-Challenge „Sprint“-Staffel zu bewerten? Was ist das überhaupt? Oder liegt das nur daran, dass ich noch nicht so lange bei der LG Ultralauf mit dabei bin…?

Michael Irrgang schrieb so schön auf unserer Homepage „…vom afrikanischen Sprichwort „Willst du schnell laufen, laufe alleine, willst du weit laufen, laufe gemeinsam“ inspiriert…“. Und das dann möglichst alles in einer Veranstaltung? Ein Team von jeweils maximal vier Teilnehmern (mindestens eine Frau und ein Mann) hatte die Aufgabe auf einer Laufbahn mit 400 m oder 333 m Länge insgesamt 10 Stunden möglichst weit zu laufen. Kleine Besonderheit: In den ersten 9 Stunden durften pro Stunde „nur“ maximal 14 Kilometer erlaufen werden, in der 10. Stunde konnte dann das Maximale herausgeholt werden, sofern das zu diesem Zeitpunkt noch möglich war. Das bedeutete, dass sich sehr gute Teams zunächst keinen Vorsprung herauslaufen konnten. Drei verschiedene Standorte (neben Köln auch Karlsruhe und Frankfurt) waren vorgesehen, was zum Einen der Corona-Situation geschuldet war, aber auch gut aus ökologischen Gründen zu begründen ist. Es gab noch weitere Rahmenbedingen, aber dazu später mehr.

Somit stand ich Samstagmorgen kurz nach acht Uhr in Köln an den Poller Wiesen in der freudigen Erwartung nach einem knappen Jahr Mitgliedschaft in der LG Ultralauf endlich auch persönlich weitere Mitglieder und insbesondere mein Team für diesen Tag kennen zu lernen. Michael hatte sein Auto bis oben vollgepackt und brachte neben Pavillons, LG Ultralauf-Bannern, Tische und Bänke und vielen anderen Sachen auch eine Lautsprecheranlage mit, um uns den Tag über mit Musik und wichtigen Informationen und Zwischenständen von den anderen Standorten zu beschallen. Melanie war schon früh in der Gegend um Kassel gestartet und wollte genauso wie Christoph und ich unser Team „LG Ultralauf Köln“ unterstützen.

Ber1 Bahn
Bild: Susanne Alexi

Ber2 Morgens
Bild: Jörg Schirrmacher

Neben uns vieren stand in Köln noch ein weiteres Vierer-Team („Mini-Erpel-Twins“ mit Mini, Sandra, Carmen und Udo), ein Dreier-Team („schnell kann jeder“ mit Martina, Michael und Tom) und das „Team Miriam“ (mit Miriam und Volker) bereit. Und in Frankfurt und Karlsruhe gingen auch noch fünf weitere Teams an den Start.

Aber zurück nach Köln. Mit welcher Strategie sollten wir jetzt starten? Wer läuft wie viele Runden, mit welcher Pace und wann wird gewechselt? Neben dem regulären Ranking der insgesamt neun Teams waren zusätzliche Erinnerungsmedaillen ausgelobt. Je nach Gesamtstrecke konnte unabhängig von der Teamplatzierung eine Bronzemedaille bei über 120 km Gesamtleistung, der Silberstatus ab 130 km oder sogar das Goldniveau bei über 140km erreicht werden. Da unser Blick – ob realistisch oder nicht – doch Richtung Bronze bzw. Silber ging, wollten wir jeweils schon nach einer Runde wechseln und mal schauen, wie sich die Sache bei angekündigten 30°C so entwickelt.

K04 MI 

Bild: Michel Irrgang

Um 9 Uhr ging es dann für alle neun Teams an drei Orten los. Für uns anfangs mit einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Michael, der noch stark in Organisation, Abstimmung mit den anderen Standorten und Pflege der Homepage eingespannt war. Aber spätestens, als wir dann wirklich zu viert unterwegs waren, konnten wir erkennen, dass das Bronzeniveau erreichbar war und vielleicht sogar Silber möglich ist. Aber der Tag war noch lang und die Sonne brannte vom Himmel, so dass der Schatten unter den Bäumen und den Pavillons gesucht wurde.

K12 CT
Bild: Carmen Tautges

K19 CTDort konnte an diversen Verpflegungstischen Speis und Trank zu sich genommen werden. Erwähnen möchte ich hier insbesondere die leckeren Apfelpfannkuchen, die uns Susanne frisch an Ort und Stelle zauberte und generell an vielen Stellen unterstützte und sich kümmerte.

Bild rechts: Carmen Tautges

K15 CT

Bild: Carmen Tautges

So ging es denn Runde um Runde. Insbesondere durch die Wechsel nach jeweils einer 333 m-Runde und einer dann doch recht überschaubaren Pause, blieb immer nur kurze Zeit zum Verschnaufen und das eine oder andere Schwätzchen. Die anderen Teams in Köln hatten sich anders aufgestellt und liefen jeweils mehrere Runden, bevor gewechselt wurde. Dies galt insbesondere für das Team Miriam? Auch die zwischenzeitliche Ungewissheit, ob der Wettbewerb aufgrund einer Unwetterwarnung in Frankfurt (oder war es Karlsruhe?) unterbrochen werden muss, um Chancengleichheit zu gewährleisten, brachte uns nicht aus dem Rhythmus.

Nach ungefähr 9 Stunden und rund zwei Runden Rückstand auf Silber die Überlegung, ob wir noch eine kleine Schüppe drauflegen können, um diese Medaille zu realisieren. Mission Silber wurde dann nach kurzer Diskussion und Strategieoptimierung angegangen und konnte pünktlich um 19 Uhr mit einer Runde Vorsprung und damit 130,33 km Team-Gesamtleistung erreicht werden. Auch alle weiteren Teams in Köln gaben alles und erreichten ihre Ziele.
K32 MSI
Bild: Martina Stumpf-Irrgang – ohne Team „schnell kann jeder“

Was steht jetzt unterm Strich nach 10 Stunden Kreisellaufen in Köln mit zwischenzeitlich 32°C?? Müde, erschöpfte LäuferInnen und trotzdem ein Lächeln im Gesicht☺ Stolz, dieses ungewohnte Format erstmalig erfolgreich bewältigt zu haben. In der Regel mit tiefbrauen Beinen; kein Sonnenbrand, nur der Staub der Aschebahn?

Ber3 Bein

Bild: Jörg Schirrmacher

Engagement, Stimmung und Verpflegung waren top. Nur für Gespräche fehlte, zumindest bei unserer Strategie, ein wenig die Zeit. Das wurde aber im Anschluss ein wenig nachgeholt. Und es war schön, viele neue Kontakte aufzubauen oder bestehende zu pflegen.

Wir waren uns einig: Wiederholung gerne?

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