Coronazeit mit (Teil-) Lockdowns, Abstandsregeln und vielen weiteren Einschränkungen… – Für uns als Läufer auch die Zeit ohne echte Präsenzveranstaltungen. Zum Glück gibt es nette Menschen, die Ideen für kreative Formate haben, die in diese Zeit passen und dann auch noch optimal umsetzen. Ehrlicherweise hatte ich zuvor noch nichts von „Schnadewegen“ gehört, bevor Elke Link-Holtermann und Stefan Niederhofer Ende 2020 ihre Idee kundtaten. Vielleicht ist der Begriff auch eher regional geprägt. Er beschreibt die Grenzwege rund um Städte und Gemeinden. Im märkischen und bergischen Bereich gibt es viele dieser Rundwege, die in der Regel durch die regionalen Abteilungen des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) markiert sind. Für die durch Elke und Stefan formulierte „Schnadeweg-Challenge“ ist es nun erforderlich, im Laufe des Jahres 2021 aus einer Auswahl von 12 Schnadewegen (mit Distanzen zwischen 21 und 58 km) insgesamt sechs Wege erfolgreich zu absolvieren. Dabei sollten allerdings mindestens drei Ultradistanzen (>45 km) sein. Mehr geht natürlich auch… Wer alle zwölf Schnadewege schafft, kommt in eine eigene Wertung. Zu gewinnen gibt es nichts und einen DUV-Eintrag auch nicht, wie Stefan auf der Seite https://laufenamwengeberg.com/die-schnadeweg-herausforderung/ besonders heraushebt? Im Vordergrund soll der Spaß stehen und – wenn es die Zeit denn wieder erlaubt – auch wieder das gemeinsame Laufen.

Warum bin ich jetzt dabei? Mich reizt es generell neue Wege zu entdecken und nicht jedes Mal die gleiche Strecke zu laufen. Auch in meinem Homeland rund um Remscheid versuche ich immer wieder neue Abzweigungen und Routen zu erkunden. Hinzu kommt – in der Regel – die Streckenführung der Schnadewege, die recht hohe Anteile durch Wälder mit mal mehr oder weniger Trailanteil haben. Insbesondere nach den doch immensen Rodungsarbeiten in der letzten Zeit ist es immer wieder eine Herausforderung den „richtigen“ Weg zu finden und irgendwie durchzukommen. Vor ein paar Höhenmetern darf man auch nicht bang sein, die liegen so zwischen 500 und 1.800 Hm…

So ging es jetzt am Wochenende für mich auf die zweite Ultradistanz „Rund um Schalksmühle“ mit 47 km, nachdem ich bereits drei Unterdistanzen und Rund um Wipperfürth absolviert hatte. Der Beginn war etwas holprig, da – und auch das gehört mit zur Challenge – die Wege in diesem Jahr gegen den Uhrzeigersinn zu laufen sind, und ich in die falsche Richtung gestartet war? Aber nach dem ersten Anstieg noch rechtzeitig gemerkt, wieder zurück und neu gestartet?

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Eine knappe halbe Runde an der Glörtalsperre vorbei ging es dann über den aktuellen „Oster-Entdecker-Weg“ weiter zum Taleinschnitt des Flusses Hälver.

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Hier war der Abstieg ins Tal doch etwas mühselig, da der eigentliche Weg nach massiven Baumfällaktionen nicht mehr vorhanden war?

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Weiter ging es über den nächsten Anstieg zum nachfolgenden Einschnitt ins Tal des Flusses Volme an der B54. Nach 15 km waren die ersten 600 Höhenmeter in den Beinen. Jetzt wurde es etwas flacher, die vielen Abholzungen waren aber immer markant im Blickfeld.

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Am extremsten fand ich dann die Gegend rund um den Radarturm Grossendrescheid, wie man auch auf den Fotos erkennen kann. Da ist nicht mehr viel übrig…?

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IMG 20210328 130240BNach 25 Kilometern dann die nette Begegnung mit einer weiteren Challenge-Teilnehmerin. Tatjana aus Wuppertal war in der gleichen Art und Weise unterwegs. Ich habe mich gefreut, für ein paar Kilometer in Begleitung laufen zu können☺ Weiter entlang der Brenscheider Korn- und Ölmühle zur A45, die erneut gequert wurde und danach entspannt parallel zum Bach Sterbecke. Auf der Höhe bei „Höh“ (Achtung: Wortspiel!?) stürmte es dann doch ziemlich heftig und man kämpfte gegen den Wind von vorne?Auch bei dem kurzen Abstecher durch das Industriegebiet Davidshöhe wurde es nicht besser. Zurück im Wald lief es dann leicht bergab wieder entspannter. Aber der nächste Aufstieg kommt bestimmt und hatte es mit 150 Höhenmetern auf etwas über einem Kilometer nochmal in sich. Über 40 Kilometer waren da schon rum und der Rest überschaubar.
Abends dann die „Beweismittel“ Screenshot des aufgezeichneten Tracks und mind. drei Fotos von unterschiedlichen Streckenabschnitten zum Nachweis an Stefan geschickt. Fertig?
Fazit: Optimales, trockenes Laufwetter mit ein bisschen Sonne und zwischenzeitlich dann doch zu viel Wind. Eine Strecke, die wahrscheinlich von einigen Monaten landschaftlich interessanter gewesen wäre, jetzt aber durch die vielen Waldarbeiten zumindest ein Stück anspruchsvoller geworden ist?…

Wer Lust hat, noch in die Schnadeweg-Challenge einzusteigen, hat noch ein bisschen Zeit. Die Challenge läuft bis zum 31.12.2021. Aktuell sind etwas über 40 Läuferinnen und Läufer mit dabei, davon acht von der LG Ultralauf. Die ersten zwei Finisher für die Basis-Challenge gibt es bereits auch. Stefan Niederhofer stellt auf der Schnadechallenge-Website alle relevanten Infos, wie Anmeldung, Tracks, mögliche Start- und Parkmöglichkeiten (auch ÖPNV) und Verpflegungsstellen (Supermärkte, Tankstellen, etc.) bereit.

Und wer über Ostern nichts vorhat, darf sich gerne auf https://laufenamwengeberg.com/ zur Schnadeweg-Challenge-Oster-Edition informieren. Hier haben uns Elke und Stefan weitere neue Herausforderungen gestellt. Auch über Facebook gibt’s regelmäßig neue Infos: https://www.facebook.com/Schnadeweg-Challenge-105474304821589
Und für den Sommer ist schon weiteres geplant…

Text und Fotos: Jörg Schirrmacher, 1.4.2021

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