Text: Michael Irrgang, Alle Bilder: Michael Sommer, 07.10.2020

Am Wochenende, 3. und 4. Oktober 2020 fand in Bernau bei Berlin die DUV-Challenge statt, bei der einige Meisterschaftsschaftsstrecken in einer Veranstaltung angeboten wurden. Ein interessantes Konzept, was ein hochkarätiges Startfeld zusammenführte, auch, weil am Vorabend der Laufwettkämpfe die jährliche DUV-Mitgliederversammlung stattfand.

DC Petra

Text: Petra Fornacon

Die LG Ultralauf war durch ein kleines, dennoch erstklassiges Team vertreten, was die Erwartungen mehr als erfüllte. 

So konnte beispielsweise Petra Fornacon eine neue Bestleistung über 24h erzielen und damit sowohl ihre Altersklasse gewinnen als auch einen Beitrag zum Gewinn der Frauenmannschaftswertung leisten.

Carsten Bölke, Vizepräsident der LG, kümmerte sich um die Betreuung der Läuferinnen und Läufer, motivierte, versorgte und tröstete dort, je nach Situation. Für viele der Athleten war dieser Wettkampf der erste wichtige Wettkampf in diesem Jahr und entsprechend hoch waren die Erwartungen und die Motivation. Einige mussten zu optimistische Anfangsgeschwindigkeiten korrigieren, andere brachen ihr Rennen ab, andere kamen super durch – so brachten die Wettkämpfe die typische Spannung mit einigen Überraschungen.

In der Folge kommen Susanne Gölz und Ralf Gundermann zu Wort. Susanne gewann souverän den 6h-Lauf und Ralf konnte sich über den Sieg beim 12h-Lauf freuen.

 Alle Ergebnisse:

WK Weite Pl m/w Name AK Pl AK
6h 74,887 km 1 Gölz, Susanne W35 1
12h 126,247 km 1 Gundermann, Ralf M40 1
24h 166,170 km 8 Fornaçon, Petra W 60  1
24h 149,176 km 10 Kolter, Mechthild W 55  2
24h 128,892 km 24 Lauterbach, Alexander M 40  2
24h 123,972 km 28 Benz, Fabian M 30  3
24h 120,896 km 16 Bauer, Edda Hanna W 75  1
24h 117,027 km 31 Sittner, Falk M 35  4
24h 109,220 km 35 Simon, Ralf M 60  3
24h 83,404 km 40 Jancker, Hans-Dieter M 65  2

 

DC SusanneText: Susanne Gölz

Nach langer Wettkampf-Abstinenz stand am Samstag, den 03.10.20 endlich wieder ein Rennen für mich auf dem Programm. Durch eine Erkrankung fehlten mir in den letzten Monaten Luft und Kraft; viele meiner Läufe endeten in einem „Zwangs-Spaziergang“. Vor 9 Wochen kehrte die Energie jedoch zurück, ich erzielte schnell Fortschritte und so beschloss ich in Bernau alles auf eine Karte zu setzen. Mit einer optimistischen Pace von 4:30 rannte ich los. Das ging ca. 40 km lang gut (wie im Training) – dann war Schluss und der Lauf wurde zur Qual. Ich wurde immer langsamer, die leichte Steigung wurde gefühlt zum ausgewachsenen Berg, der Gegenwind zum Orkan. Ein ständiges stehen bleiben und trinken brachte mir die Energie auch nicht zurück. Die Betreuer taten ihr Bestes und nicht zuletzt verdanke ich es ihnen, dass ich die 6h noch durchgehalten habe. Von Anfang an war mir dieses Risiko bewusst und so freute ich mich zum Schluss dennoch über meinen Sieg mit einer Leistung von 74,887 km. 
Die Veranstaltung war trotz der besonderen Umstände sehr gut organisiert. Ich hatte viele nette Begegnungen, genoss den Wettkampf-Spirit und so trat ich meine Heimreise mit einem neuen, großen Motivationsschub auf zukünftige Rennen im Gepäck an.

DC RalfEine Ersatzveranstaltung, die sich gelohnt hat

Text: Ralf Gundermann

Da mein Jahreshauptziel, der Spartathlon, 21 Tage vor dem Start abgesagt wurde und damit die vielen entbehrungsreichen Trainingskilometer nicht umsonst sind, suchte ich mir eine alternative Veranstaltung heraus. Die DUV-Challenge eine Woche nach dem Spartathlon-Termin passte sehr gut und viele vom deutschen Spartathlon-Team hatten dieselbe Idee.
Für die 24 Stunden konnte ich mich nicht mehr motivieren, da ich nach der Absage schon sehr enttäuscht war. Aber über die 12 Stunden hatte ich nur eine Bestleistung von einer Zwischenzeit bei einem 24 Stunden-Lauf. 12 Stunden-Läufe werden sowieso recht selten angeboten, also warum nicht mal versuchen, die 12 Stunden auf Bestleistung zu laufen? Als Ziel hatte ich mir mindestens 120km gesetzt, und wenn alles gut läuft und zusammen passt (Form, Strecke, Wetter, usw.), wieso nicht auch 130km.
Der Start war um 22:00 und der Wettkampf ist in die 2. Hälfte der 24 Stunden integriert. D. h. ungefähr 9 Stunden Dunkelheit und 3 Stunden Tageslicht. Die erste Schwächephase kam schon nach 20km relativ früh, als ich schwere Beine fühlte. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass kann ja heiter werden, der Wettkampf hat ja gerade erst begonnen. Allerdings musste das nur eine Einbildung gewesen sein, denn die Kilometer zwischen 30 und 80 verliefen wirklich flüssig und ich konnte mir einen komfortablen Vorsprung von 5 Runden (9km) in der Gesamtplatzierung herauslaufen. Nach ungefähr 6 Stunden Laufzeit hatte ich 2 Km auf mein Maximalziel von 130km Vorsprung, aber ich wusste jetzt schon, dass ich die nicht ins Ziel bringen werde, da die Strecke ihre Tücken hatte. Sehr viele 90° Kurven und ein langer leichter Anstieg, der sich aber mit zunehmender Rundenanzahl immer größer anfühlte.
Zum Ende des Rennes erwartete man die Morgendämmerung sehnsüchtig. Da die 24h-Läufer doch schon einige Kilometer in den Beinen hatten, war ich mittlerweile der schnellste im Feld, was mich zusätzlich motivierte. Den Vorsprung auf den 2. Platz konnte ich halten, aber ich hatte immer das Gefühl, das der Zweite auf einen plötzlichen Einbruch von mir hoffte. Also ausruhen und Gehpausen einlegen, wollte und konnte ich mir nicht mehr gönnen. Die letzten 4 Runden konnte ich nochmal mobilisieren und das Tempo anziehen. Auf der letzten Runde begleitete mich Vereinsmitglied und guter Freund Falk Sittner, was mich sehr freute.
Die Sirene erklang nach genau 12 Stunden und es standen 126,247km zu buche. Mindestziel erreicht und Maximalziel knapp verfehlt.
Nach einigen sehr guten AK-Platzierungen in der Vergangenheit, ist endlich der Knoten geplatzt und ich habe zum ersten Mal in meiner Laufkarriere den 1. Platz in der Gesamtwertung bei einer Laufveranstaltung. Es waren zwar nur 12 Läufer am Start, aber stolz bin ich trotzdem.
Ein großes Dankeschön geht an den Laufveranstalter, der eine schöne und anspruchsvolle Strecke heraus gesucht hat und sich bei der Organisation sehr viel Mühe gab. Mein besonderer Dank geht an die Verpflegungsstandbetreuer unsers Pavillons von der LG Ultralauf, welche immer motivierende Worte hatten und jede Runde unsere Wünsche erfüllten.

Am Ende kann dieser Wettkampf natürlich nicht den abgesagten Spartathlon in Griechenland ersetzen, mit seinem besonderen Flair und dem internationalen Läuferfeld. Aber mit einem 1.Platz in der Gesamtwertung und einer neuen persönlichen Bestleistung über 12 Stunden bin ich doch sehr zufrieden.

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