WfL LogoTexte und Bilder: Teilnehmer, Logo vom Veranstalter bereitgestellt, 04.05.2020

Über 77.000 Läuferinnen und Läufer aus über 100 Ländern nahmen dieses Jahr an diesem globalen Event teil, das Corona-bedingt ausschließlich per Handy-App gesteuert wurde. Im Prinzip funktioniert das so, dass alle Starter nach einem Countdown auf einen Startbutton klicken und dann auf einer selbst gewählten Strecke loslaufen. Per GPS wird die gelaufene Strecke gemessen und auf einen Server übertragen, der aus der Gesamtheit der Daten eine virtuelle Rangliste berechnet und online zum Mitverfolgen bereitstellt.

Das Ende ist allerdings nicht nach einer gewissen Distanz oder Zeit erreicht, sondern es ist ein „Lauf gegen ein Auto“, welches 30 Minuten nach dem Läuferstart die Verfolgung aufnimmt.

Für einen Halbmarathon hat man etwa 1:54 Stunden Zeit und für einen Marathon 3:06 Stunden. Je schneller man läuft, desto später wird man überholt. Der Gewinner, Michael Taylor, ist 69,9 km gelaufen, wozu ein Tempo von 3:36 min pro km erforderlich war. Hammer!

Jens Kruse aus Kiel hatte die Idee, ein LG Ultralauf-Team an dieser Veranstaltung anzumelden, denn diese Dezentralisierung, dass jeder für sich läuft und dennoch Teil einer Mannschaft ist, passt doch super zu unserer Vereinskultur. Und, dass die Erlöse auch noch für die Forschung zur Querschnittslähmung genutzt werden, motiviert noch mehr zum Mitmachen.

Urkunde2

Insgesamt bestand unser Team aus 10 Läufern. Zu unseren Vereinskollegen gesellte sich Jörg Heiner aus Wenden dazu, den wir in Kandel näher kennenlernten. Von den knapp 4000 Teams belegten wir den sehr guten 224. Platz und hatten eine der besten Werte für die durchschnittliche Weite überhaupt. Tolles Teamergebnis!

  1. Heiner, Jörg (GER), 45,79 km
  2. Meissner, Karsten (GER), 38,96 km
  3. Oeppert, Ulf (GER), 37,00 km
  4. Gonschorek, Sebastian (GER), 30,43 km
  5. Kirsch, Georg (GER), 29,34 km
  6. Gottschalk, Katrin (GER), 28,92 km
  7. Kruse, Jens (GER), 28,09 km
  8. Irrgang, Michael (GER), 24,68 km
  9. Bomm, Michael (GER), 22,99 km
  10. Kolter, Mechthild (GER), 19,35 km

 

Anmerkung: Ulfs Leistung wurde zunächst aufgrund technischer Probleme nicht gemessen, aber später nachgetragen.

Fast alle haben zu ihrem Rennen einen kurzen Bericht geschrieben und mit einem Foto angereichert.

Joerg

Jörg Heiner

Das war alles recht spontan. Einen Tag vorher angemeldet und den Kurs kurz getestet ! Schön, dass mich Michael motiviert hat, als Gastläufer mitzumachen. Alles in allem eine schönes Training und mit 45,79 km und Pl. 10 in der M45 bin ich auch zufrieden !

Bis bald und ganz liebe Grüße Jörg 

Karsten

Karsten Meissner

Gehört und gelesen habe ich natürlich schon häufiger vom WingsforLife Wolrdrun, teilgenommen habe ich bisher jedoch noch nie. Meist, weil taggleich andere Wettbewerbe wie z.B. der Windhagen Marathon gesetzt waren. Dieses Jahr ist bekanntlich alles anders, so dass ich mich an dem spannenden Format versuchen konnte. Alles in allem schon eine verrückte Sache. Einer von über 60.000 Menschen, die zeitgleich vorm Catcher Car fliehen, aber trotzdem rennst du quasi für dich allein. Ich persönlich war auf einem 5 Kilometer Rundkurs an der schönen Sieg unterwegs. Für meinen Geschmack etwas asphaltlastig, aber nun gut. Die ersten 10 km habe ich aus Trainingsgründen bewusst als Tempolauf in SUB 40 gemacht, danach bin ich quasi schnellstmöglich ausgelaufen. Gerade hinten raus hat sich der schnelle Zehner schon schwer bemerkbar gemacht. Für einen Marathon hat es daher leider nicht mehr gereicht. Mit den knapp 39 km in etwas unter 3 Stunden bin ich aber total zufrieden und ich muss sagen, es hat wirklich Spaß gemacht mit dem Auto im Nacken.

Sebastian

Sebastian Gonschorek

Mein Ziel war es, das Steinhuder Meer zu umrunden, bevor mich das Catcher Car einholt. Bei 30km für eine Umrundung durfte ich nicht bummeln und somit bin ich recht konstant zwischen 4:40 und 4:50 gelaufen. Dies hat gereicht, so dass ich nach 30.4km entspannt auf einer Bank auf das Auto gewartet habe, das schon 400m hinter mir war.

Georg

Georg Kirsch

Alle schlechten Dinge sind 3

Nach einigen Startschwierigkeiten mit der App schaffe ich es loszukommen. Auch beim „Flagship Run“ verliert man anfangs wertvolle Zeit und Meter. Mir gefällt das Format sehr, denn eigentlich gibt es nur eine Taktik – Vollgas und hinten raus: Allout. Nachdem die vergangenen Teilnahmen entweder durch Wärme oder Nasskälte bestimmt waren, bringt diesmal der Wind eine Vorentscheidung. Ich habe mir einen rund 3km langen Rundkurs ausgesucht, den ich versuchen werde, so oft wie möglich zu laufen. Allerdings ist die Runde alles andere als Bestzeiten tauglich. Es geht eigentlich dauerhaft leicht hügelauf oder hügelab, dazu ein paar kurze Rampen hoch und wieder runter. Sie ist sehr windanfällig und zum großen Teil geschottert. Der Lauf wird dadurch zu einem Intervalltraining (was mir durch den Blick auf die KM-Zeiten später auch bestätigt wird). Gegenwind bergan geht es kaum vorwärts, da komme ich der 6-Minuten-Marke sehr nahe, die Seitenwindpassage nutze ich zum Krafttanken, bei Rückenwind bin ich hügelhoch und -runter mit fast 4 Minuten pro Km unterwegs. Das halten meine schlechten „Corona-Trainings-Beine“ nicht lange durch. Nach 10km und 46min muss ich mir eingestehen, dass heute keine gute Leistung rumkommen wird und ich auch bei meiner dritten Teilnahme es nicht schaffe, die Marathon-Marke zu knacken. Nach 15km sind überhaupt keine Körner mehr in den Beinen und ich schaffe es nicht im Ansatz, über die Hügel anständig zu drücken. Auch hügelab kann ich es nicht rollen lassen. Nach knapp 19km beschließe ich etwas zu trinken und zu gehen – danach steigen die KM-Schnitte weiter deutlich an. Ich erfreue mich am duftenden Raps und hoffe auf ein Zeichen des Catcher-Cars. Gegenwind hügelauf gehe ich ein zweites Mal. Mal läuft es und mal eben nicht. Nach 29 relativ frustrierenden Kilometern ertönt endlich das erlösende Signal. Dann auf ein Neues im kommenden Jahr – hoffentlich wieder bei einem Flagship Run. Das gemeinsame Laufen macht doch mehr Spaß.

Katrin 

Katrin Gottschalk

Wings for Life World Run in Hong Kong

Mangels Alternativen für einen Nachtlauf hatte ich mir den Happy Valley Racecourse mitten in Hong Kong als Location rausgesucht. Auf der 1.3 km-Asphaltrunde, die auf der Innenseite der Pferderennbahn verläuft, trainieren zu jeder Tages- und Nachtzeit Hunderte an Läufern. GPS-Genauigkeit ist so eine Sache, wenn man umgeben von Wolkenkratzern in einem Talkessel im Kreis läuft… Aber für einen flotten Trainingslauf sollte es gut genug sein. Große Ambitionen hatte ich keine, zumal die Hitze und Schwüle in den letzten Tagen fast unerträglich waren. 28 Grad (gefühlt 31 Grad) hatte es beim Start um 19 Uhr, und um 22 Uhr sollten es immer noch 26 Grad (gefühlt 29 Grad) sein, bei 82% Luftfeuchtigkeit. Zum Sport reduziert man die Kleidung auf das absolut Notwendigste, trotzdem klebt nach 15 Minuten alles am Körper. Und man muss natürlich viel trinken. Ich wollte im 4:40er-Tempo anlaufen. Das tat ich auch (laut Garmin), war aber etwas irritiert, dass die App nur 4:55er-Tempo suggerierte. Die ersten 20 km verbrachte ich also mit Kopfrechnen, um die Differenz zu analysieren und herauszufinden, wie lange ich denn laut App unterwegs sein würde. Ich lief durchweg konstantes Tempo, nach zwei Stunden im Kreis laufen in der Sauna hatten jedoch sowohl Körper als auch Kopf immer weniger Lust. Die einzige Aufmunterung boten die beiden Asiaten, die im Uhrzeigersinn für Wings for Life unterwegs waren (wir drei anderen liefen die Runde gegen den Uhrzeigersinn) – man nickte sich kurz zu, wenn man aneinander vorbei lief. Nach einem Toilettenstopp bei km 27 war das Catcher Car dann auch nicht mehr weit und bereitete dem Leiden das ersehnte Ende. 30,35 km laut Garmin und 28,9 km laut App, aber ich war platt wie nach einem Marathon – die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Jens 

Jens Kruse

„Laufen für die, die nicht selber laufen können“ hat für mich ja eine besondere Bedeutung. Umso mehr habe ich mich über die zahlreiche Teilnahme der LG Ultralauf gefreut. Da ich seit Februar keinen richtigen Wettkampf mehr gelaufen bin, war ich in den letzten Wochen in Vorbereitung auf den WFL auch wieder etwas motivierter, als im März, als eine Wettkampfabsage bzw. -verschiebung nach der anderen eintrudelte.

Ich konnte den Lauf sehr gleichmäßig laufen und das Wetter passte auch. Lediglich nach km 24 und den ersten zwei Stunden ließ ein Sandweg und heftiger Gegenwind meine Durchschnittszeit etwas sinken. Und da mein letzter wirklich langer Tempolauf nun auch schon einige Wochen her war, hatte ich nichts mehr zuzusetzen.

Mit meiner Leistung von 28 km bin ich sehr zufrieden, immerhin 3 km über dem Wunschziel.

Vielleicht besteht ja nächstes Jahr die Chance, an einem Lauf irgendwo vor Ort teilzunehmen und den einen oder anderen von uns persönlich zu treffen …

Mic1

Mic2Michael Irrgang

Im Vorfeld hatte ich leichte Motivationsprobleme. Einen Halbmarathon hatte ich mir zugetraut, hatte aber überhaupt keine Lust auf einen schnellen Lauf. Aber je näher der Start kam, desto mehr konnte ich mich mit der Idee anfreunden. Das Wetter war super und meine Runde war etwa 2,2km lang und gut zu laufen. Die ersten 5 km bin ich wie geplant gelaufen, dann haben meine Beine zu meiner eigenen Überraschung beschleunigt. Später konnte meine Uhr 5 neue Rekorde vermelden, darunter eine neue 10km-Bestzeit von 50:17 min. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch so schnell laufen kann, aber irgendwie war ich doch gefangen in der virtuellen Wettkampfatmosphäre und habe mich echt angestrengt. Am Ende wurden es 24,68 km, was einem für mich vorher unvorstellbaren Tempo von 5:10 Minuten pro km entspricht.

Mein Resümee: Wenn ich Spaß an so etwas hätte, wäre ich kein Ultraläufer geworden, aber ab und zu kann man so etwas ruhig machen.

 

Mechthild

Mechthild Kolter 

Als ich den LGU-Newsletter Anfang April bekommen habe, war eigentlich klar: Das Format des Wings for Life Worldrun klingt super und da werde ich mitmachen. So habe ich dann am Sonntag gegen 13:00 Uhr die App gestartet und meine Lieblingsrunde über 20,5km gewählt – ich hatte etwas mehr als 20km geplant. Morgens während der Woche sind diese Wege sehr idyllisch und werden kaum von anderen Leuten frequentiert. Schnell habe ich gemerkt, dass am Sonntagmittag bei Sonnenschein viele Menschen diese Feld- und Waldwege lieben (Radfahrer, Fußgänger und Hundebesitzer in Gruppen sowie Familien) und jeder der Meinung ist, dass diese Wege ihm alleine gehören. Daher habe ich dann nach 9km meine normale Runde verlassen und bin auf Fußwegen direkt an der Straße gelaufen. Das war nicht wirklich zielführend. Das Laufformat finde ich immer noch klasse – aber vielleicht zu einer anderen Uhrzeit oder einem anderen Wochentag.

Ulf

Ulf Oeppert

Eieiei, so viel Vorfreude und gefühlt gute Form, bester Familien-support, tolles Wetter und egtl. auch die Technik im Griff – zwei Testläufe die Woche problemlos… Countdown lief, alle Häkchen auf Grün, „Start“ gedrückt und los (habe mich spontan doch für einen Ausflug in Flur& Wald entschiedn zuerst, da ich noch oft genug um den Block laufen würde). Strava gleich nach dem Loslaufen auch Aufzeichnung gestartet und guter Dinge sehr zügig los – um die 4:00/K Nach 3 Km rief meine Frau an, daß die live-website mich nicht laufen anzeigt…bin erstmal unbeeindruckt weiter, habe dabei versucht die App&Aufzeichnung wieder zu starten, es hieß was von GPS schwach… Dachte, naja, wenigsten läuft Strava mit und evtl. wird’s ja noch. Bin die 10k in genau 40′ durch mit sehr guten Beinen…als mir dämmerte, daß selbst ein später Start der Aufzeichnung den rausgelaufenen Vorsprung vor dem Besenwagen nicht mehr registrieren kann. Das hat dann schon die Top-Motivation geraubt, zeitgleich schien es eh sinnvoll, Tempo rauszunehmen. Bin dann durch unseren Ortsteil rel. kreuz-und quer gerannt, dabei immer wieder am belebten Skaterplatz vorbei und auch Tennisspieler gesehen (privater Platz ;)). Ab ca. 25K habe ich von Weitem den (mir unbekannten) Strava Kollegen gesehen, den ich zum Mitlaufen angeregt hatte und bin bewusst zu ihm aufgeschlossen um Kontakt zu knüpfen (damit deutlich verlangsamend was mir aber passte) – habe ihn ca. 20Min zu ’ner neuer HM Bestzeit „gezogen“ und danach wieder alleine weiter. Von der Familie kamen dann ca. alle 5 Min. Zwischenstände, wo das Auto jetzt wäre, so daß ich abschätzen konnte, wann ich eingeholt wurde und die Strava-session beendet habe. Ca. 37K in 2:50 mit 13′ Stillstand v.a. als ich und meine Tochter versucht haben, die App Aufzeichnung doch noch zu retten… Naja, somit sind heute die Beine wenigstens nicht maximal schwer und ich werde meine LGU Feuertaufe hoffentlich noch heuer bei einem gemeinsamen Rennen bestreiten. Mit dem WfLife Run habe ich jedenfalls noch ’ne Rechnung offen, aber schon allein das „Kribbeln“ und die Fokussierung in der Vorwoche waren ne schöne Abwechslung und der Lauf liefert reichlich Grund, die Tage ordentlich lecker Kalorien zu futtern, zumal am Sonntag der nächste „Corona-Zeit“ Geburtstag bei uns ansteht. An Alle Mitstreiter gestern bitte mein fettes Kompliment – bin gespannt auf die Kurzberichte! Bleibt’s gesund und guter Dinge!

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