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Heute stand die nicht ganz längste, wohl aber eine der schwierigsten Etappen an. Dazu sollte es noch relativ hohe Temperaturen geben, doch zum Glück war es bis ca 10Uhr gut bewölkt, doch die Sonne zeigte sich immer mehr, der Andrang an den VPs war entsprechend groß. Warum es ausgerechnet hoch nach Lichtenwalde ging? Der Veranstalter hatte auf der Suche nach Turnhallen einige Absagen kassiert. In Lichtenwalde wurde er fündig und es meldeten sich auch einige Läufer, die ihren Verein mit einspannten und ein Riesenfest für den Deutschlandlauf organisierten. Strecken länger als 80km starteten üblicherweise um 5 bzw 6Uhr – so stand ich um 5Uhr etwas schlaftrunken am Start und war gespannt wie ich mit fast 90Km bei 1.500HM fertig werde.

Auch diesen Morgen wurde sich langsam eingetrabt, dann marschierte ich langsam nach vorne, hielt mich aber dennoch zurück, es würde sicherlich ein langer Tag werden.

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Wir liefen Richtung Eppingen, dann nach Brackenheim, durch das idyllische Marbach, weiter nach Weinstadt. Unser Ziel Lichtenwalde (Turnhalle) bedeutete, wir müssen zum Schluss noch viele HM überwinden. Da ich das wusste, habe ich mir natürlich einige Reservekräfte aufgehoben. Mehrmals liefen wir in die Weinberge rein, rauf und runter und der Neckar ist immer wieder unser Begleiter. Nach stundenlangem Lauf (ca 7-8Std) spürte ich meine Kräfte schwinden, ich musste vorsichtig sein und kann natürlich nicht auf Angriff laufen.

T14 KonradBei KM60 am VP gibt es einen kleinen Empfang mit Fototermin, hier erreichen die Sololäufer des DLL passierten die 1,000km Marke. Ein Gläschen Sekt für jeden. Auch ich komme in den Genuss, obwohl es ja auf mich nicht zutrifft, da mir ja (verletzungsbedingt) 4 Etappen fehlen. Nach knapp 10 Std kam ich an den vorletzten VP an. Von hier aus waren es nur noch ca 8KM, jedoch war der Anstieg brutal. Längere Zeit war Gehen das (für mich) einzige Mittel, um da hoch zu kommen.

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Tatsächlich konnte ich später nochmals zeitweise laufen und irgendwann erreichte ich diese Turnhalle und konnte unter dem Applaus, auch der zahlreichen örtlichen Zuschauer in genau 11Std finishen. Ich war der fünfte Läufer im Ziel, die genaue Tages-Platzierung würde etwas schlechter sein. Es kamen ja noch spätere Starter ins Ziel, die mir von der Std einiges abgenommen haben. Den Tagessieg holte sich Bernhard Munz, der sich prächtig erholt hat und irgendwann leichtfüßig an mir vorbeitrabte. Auch Stefan Daum hat sich weiter erholt, kommt bald nach mir ins Ziel, so auch die anderen vom LG Ultralauf-Team. Wir werden hier bestens betreut und versorgt, das ist ja richtiger Luxus.

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Text: Roland Kraus, Bilder: Roland Krauss (4), Veranstalter (1), 29.7.2017

Karl Rowehwedder schrieb am Ende des Tages seinen Freunden auf Facebook:

Aus geplanten 88km wurden dank einer Sperrung 91, das mit 1500 Höhenmetern und bei knapp 30 Grad, also habe ich auch die 15 Stunden wie geplant gebraucht. Die Zugspitze rückt näher…

Und Holger Hedelt, der in der Ergebnisliste recht weit vorne platziert ist, meinte auf seiner humorvollen Art:

Erste extrem schwere 25km liegen hinter mir. Muss wohl meine Beine im Bett vergessen haben. Boahhhh waren diese Kilometer hart. Nur noch 63km heute.

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