80 – 90% Regenwahrscheinlichkeit für jede einzelne Stunde wurde vorausgesagt. Das Schlimme: es stimmte annähernd – aber immerhin, wir durften ohne Regen loslaufen. Übrigens nach wenigen KM liefen wir an den Büros des Wetterdienstes Wetteronline vorbei, fast direkt am Rheinufer.
Ich startete heute in der „schnellen Gruppe“ (7Uhr) was nur besagt, dass ich gestern beim Wiedereinstieg eine Pace besser 8min/km gelaufen (dieser Schnitt wurde um 1 min hochgesetzt) war, behagte mir zwar nicht – ist nun aber mal so und damit startete auch Tagesetappenläufer Matthias Kröling von der LG Ultralauf auch mit mir. Wir begrüßten uns vorher, beim Lauf verlor ich ihn aber schnell aus denn Augen. Er düste vorne weg, da kam ich mit meiner anfangs 6:30 Pace nicht hinterher.
Wir starteten direkt vor der Turnhalle und liefen auf dem Rheinufer-Radweg. Das blieb im großen und ganzen für den Rest des Tages so, nominal 58KM lanng!
T10 4Kaum lief ich auf den VP1 (KM8-9) von Michaela Kirchner zu, begann es wieder zu regnen. Kurz danach überholte ich den ersten Geher aus der früheren Startgruppe. Er war also bereits 1Std länger unterwegs. Er war ein Läufer, der schon mehrmals mit dem Cutoff (pro Std min 5KM) gekämpft hat. Ob er es heute schafft? Ich war mit einer Pace ganz knapp unter 6:30 pro KM unterwegs, außer es kam ein VP oder es regnete extrem heftig, was immer wieder passierte – dann wich ich auch mal größeren und tiefen Pfützen aus. Unterwegs hatte ich keine Fotos gemacht. Bei diesem tristen, grauen und nassen Wetter machte ich mein Handy nicht aus der Schutzfolie fummeln.
Weiter ging es KM um KM. Ab Halbmarathons sammlte ich immer wieder mal Läufer aus der ersten Gruppe ein. Im Prinzip hielt ich meine Pace bis ca KM50, dann hatte ich ein paarmal Probleme mit der Orientierung und verlor etwas Zeit. Gelegentlich regnete es so heftig, dass ich sogar die Kapuze meines Regencaps aufsetzte; das behinderte zwar die Sicht, nahm ich dann sogar in Kauf.

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Dann sah ich KM-lang keine Markierung mehr und vermute schon, ich hatte mich verlaufen. Doch ich war immer noch auf dem Radweg direkt am Rhein. Ich hatte nur langsam die Vermutung, eine Abzweigung nach Mühlheim-Kärlich bereits verpasst zu haben. Die Info’s von Passanten halfen mir nicht wirklich weiter, zumal ich nur angeben konnte, dass ich eine große Halle etwas außerhalb dieses Orts suche. So griff ich zum Handy und versuchte das Notfall-Handy vom Veranstalter zu erreichen. Erst beim 3x mit Erfolg, die Beschreibung half mir doch ein wenig – und ich war definitiv zu weit gelaufen. Nach drei unsicheren Ecken sah ich tatsächlich andere Läufer von weiten. Ich folgte und entdeckte wieder Markierungen. Nach gut 62km erreichte ich das Ziel, nominal wären das 58,1km gewesen. Wieder unter 7Std, die Pace zuletzt etwas „versaut“ – aber es gab viele die froh wären,wenn sie diese Pace noch laufen könnten. Nun gut ich hatte ja immerhin 4 Tage Laufpause gehabt, auch wenn das nicht die große Erholung war.
Der meistgehörteste Fachbegriff hier ist: „Shin Splints“ laut Wikipedia, Knochenhautentzündung am Schienbein bzw Überreizung der entsprechenden Muskel (Bein/Fuß) – kann sehr leicht zum Muskelfaserriss führen und ist sehr schmerzhaft. Die meisten laufen bzw gehen hier unter großen Schmerzen weiter. Abends humpeln Sie zum Essen, am Morgen stehen Sie wieder am Start.
Von LG Ultralauf sind alle, außer mir noch im Gesamtrennen, ich werde als Einzeletappenläufer geführt. Am besten geht es nach wie vor wohl Holger Hedelt, Konrad Vogl ist auch ganz gut unterwegs, wie ich beobachten konnte, Karl Rohwedder war heute wieder sehr flott unterwegs, nachdem er ein paar Probleme hatte. Stefan Daum hat zurzeit heftige Probleme. Er meinte, es wird sich die nächsten Tage entscheiden, wie es weitergeht.

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Das Abendessen war heute gleich um die Ecke und das Briefing ergab keine Besonderheiten, nun ja – das Wetter soll etwas besser werden.

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Der rollende Kiosk von Thomas.

Text und Bilder: Roland Krauss

Holger Hedelt wurde heute der Seite deutschland.de zu der Reihe „So tickt Deutschland“ interviewt: https://www.deutschland.de/de/topic/leben/Deutschlandlauf-2017-1300-Kilometer-in-19-Tagen

Holger hat übrigens auch von unterwegs ein paar Bilder von Remagen, Bad Breisig, der Lorelei geschickt und mit seinem ihm eigenen Humor kommentiert.

Das Deutsche Eck in Koblenz wo Mosel und Rhein zusammenfließen, das ganze bei herrlichem Wetter, Sonne und 22C. Nur leider und frei nach dem Motto: Über den Wolken, lalala, muss das Wetter wohl wunderschön sein, lalala, und darunter pissts aus dem Wolken gnadenlos auf die Läufer runter. Bähhhhh….. Und noch ein Foto von Ehrenbreitstein.

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Karl Rowedder schrieb zu der Etappe – diesmal ohne Bild:

Etappe 10 nach Mühlheim-Kärlich: im Wesentlichen 60 km am Rhein mit Regen.

Das war das Bergfest, mal abgesehen von den Höhenmetern. Morgen noch mal locker, dann geht es ab in die Berge.

 

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