Tag3 2Das, was heute anstand, war sicherlich kein Zuckerschlecken! Von Enge-Sande ging es nach Jevenstedt mit nominell gut 86KM (fast alle bestätigten 87KM). Mitunter war es schon gut warm, jedoch z.T. auch bewölkt und etwas windig, was auch leichtes Frösteln bewirkte.
4Uhr wecken, kurz danach Frühstück, die Läufer mit einem Schnitt vom Vortag von langsamer als 7min/KM starteten bereits um 5Uhr, ich durfte zum Glück bis 6Uhr warten, so hatte ich auch noch Zeit für ca 25min Kraftübungen – gut so.
Am Start lernte ich auch noch ein weiteres LG Ultalauf-Mitglied kennen: Holger Hedelt. Er berichtete mir gleich von einem Missgeschick von gestern. Als er in Sylt auf den Bahnhof Morsum zulief, war er verwirrt von den vielen Pfeilen, die zur Pendelstrecke bzw zurück führten. So fragte er Passanten, wo es denn zum Bahnhof geht und sie zeigten ihm den kürzesten Weg, natürlich ohne die Pendelstrecke zum Hindenburgdamm, wo Oliver Witzke die Läufer registierte. Er war bereits im Ziel, als ihm das auffiel – so musste sr nochmals los und die ca 5KM nachholen.
In meiner Gruppe starteten ca 80% der Läuferschar. Beim Loslaufen war es noch frisch und zum Teil kam die Morgensonne durch den Bodennebel – mystische Bilder. Schwierig ein entsprechendes Tempo zu finden bei der langen Strecke. Es pendelte sich erst mal so bei 6-6:15 Pace ein. Bei KM 15 eine erste Krise.  Was soll denn das, zu so früher Zeit? Wie gehe ich damit um? Im Idealfall so (leider nicht immer, siehe später): Ich sage mir, hallo Krise, warum bist Du schon so zeitig da? Ich werde dich ernst nehmen, du wirst mir Zeit kosten … und dann verschwindest du so schnell wieder, wie du gekommen bist. Bis zum 2.VP (KM21) begleitet mich dieses „Gespenst“ – dann verschwindet es zum Glück wieder und ich kann laufen, als wäre nix gewesen. Ich lief von VP zu VP, die Abstände relativ genau 10km. So ging es über viele Radwege, kleine Landstraßen und manchmal sogar kurze Stücke Feld- und Waldwege. Bei KM 30-35 wurden bereits die ersten Frühstarter von mir eingeholt. Ich lief auf dem Marathon zu und war guter Dinge, außer schleichender Erschöpfung war noch alles okay.
KM50 und die nächste kleine Krise machte sich breit – ich setzte mich mit ähnlichen Mitteln, wie zuvor damit auseinander. Es wurde alles wieder gut – ich beschloss jedoch, meine KM-Zeiten nimmer unter 6:30 drücken zu wollen, knapp darüber ist auch gut. Nun wechselte sich die Wärme immer öfter mit wolkigen, z.T. etwas (fast zu) frischen Momenten ab – na klar, allen kann man es nicht Recht machen. Ein Stück meines Weges lief ich zusammen mit Stefan Daum, laufe Ihm sogar kurzfristig davon. Mir ist klar: das ist nicht von Dauer. Er hat im Ziel, zusammen mit Holger Hedelt doch einen beträchtlichen Vorsprung. Eben klasse Athleten, die auch noch „ein paar“ Jahre jünger sind.
Kurz vorm VP7 ging es mir nicht so gut – ohne es genauer einordnen zu können. Ich setzte mich hin, um mir die Steinchen aus den Schuhen zu holen. Das hilfsbereite Personal brachte mir Getränke und Essen an den Stuhl – so saß ich über 5min da – ein Fehler wie sich zeigte. Mein Kreislauf fuhr total herunter und mir wurde erbärmlich kalt im Schatten. Als ich hoch wollte, war das sehr beschwerlich und ich konnte nicht loslaufen -Krise3! Ich ging los, um meinen Kreislauf in Schwung zu bringen ….. und nach einigen hundert Metern konnte ich langsam wieder laufen. Es ging auf die Unterführung des Mittellandkanals zu. Dort gibt es für Fußgänger diese absolut beeindruckenden Riesen-Rolltreppen, die wir benutzen dürfen/müssen.

Tag2b 1Gleich danach erfahre ich, dass es wohl nicht wie geplant „nur noch“ 6km sind, sondern eher 7km. Das tut zu diesem Zeitpunkt weh, aber lamentieren hilft ja nix, also etwas länger laufen. Mein Uhrencheck verriet mir, es könnte mit dem 7-er Schnitt eventuell knapp werden – ich will aber morgen lieber in der „schnellen Gruppe“ starten, da bleibt etwas mehr Zeit, um sich morgens fertig zu machen. Ich versuchte nochmal, das Tempo unter 6:30 mpro km zu drücken – und siehe da, es gelang. Das stimmte mich zufrieden und so kam ich letzendlich nach 9:48Std ins Ziel – was einen 6:44er Schnitt bedeutet – geschafft!

Natürlich dauerte es heute richtig lange bis die Letzten ins Ziel kamen, auch wenn dies durch den Frühstart der „Langsameren“ etwas abgemildert wurde. Nach dem Duschen legte ich mich kurz hin, dann ging es zum Abendessen.
Das Briefing Heute: Keine nennenswerten Besonderheiten. Morgen erwartet uns eine flache Strecke und da es weniger als 80KM sind (76km) erfolgt der Start um 6 bzw 7Uhr.

Tag2b 2

Holger Hedelt und Stefan Daum im Turnhallencamp

Text: Roland Krauss, Bilder: Holger Hedelt und Roland Kraus, 18.8.2017

 

 

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