In den vergangenen beiden Jahren, also seit ich auch „ultramäßig“ unterwegs bin, war ich jeweils beim Lahntallauf in Marburg.
Diesmal war es wirklich nicht so sicher, ob es wieder klappt. Ich hatte die Woche Nachtschicht und keine Chance, dass mich am Freitagnacht ein Kollege vertritt. So wollte ich mich nicht voranmelden, letztendlich siegte doch die Lauflust über eine „bequeme Anreise“. Am Freitag stand ich gegen 13Uhr von meinem Nachtschichtschlaf auf. Es blieb noch Zeit für ein paar Kraftübungen und gemütliches Packen der Lauftasche. Nach einigem Alltagskram und Abendessen fuhr ich gegen 22:30Uhr zur Nachtschicht. Üblicherweise dauert sie bis kurz nach 6Uhr. Doch ich hatte Glück und konnte bereits eine Stunde früher Feierabend machen und direkt von Nürnberg Richtung Marburg fahren. Zu dieser Uhrzeit war auf den Straßen nicht viel los und ich stand um 8Uhr auf dem Parkplatz vor dem Georg-Gassmann-Stadion.

Marburg StadionIn der angrenzenden Halle werden die Startunterlagen ausgegeben und ich konnte mich nachmelden. Dabei traf ich auf die LG Ultralauf-Kollegen Karl Rohwedder und Stefan Daum – eine herzliche Begrüßung folgte.

Außer den von mir gewählten 50km gibt es dort von 10km, Halbmarathon, 30km auch noch den klassischen Marathon. Start für alle Läufe ist 10Uhr – zu wenig Zeit sich noch irgendwo zum Schlafen hinzulegen, aber genug Zeit für einen Kaffee mit Mini-Imbiss zur Stärkung.

Der Start ist ca 600m entfernt auf dem Lahnwiesen. Von dort führt ein 10km Kurs durchs Lahntal, alles relativ stadtnah und doch naturverbunden. Um 10Uhr ist es doch noch recht frisch, jedoch scheint klar, die Sonne wird uns noch mehr oder weniger erwärmen. Trotzdem entschließe ich mich zu einer langen, dünnen Thight und Laufshirt, jedoch gegen die leichten Handschuhe. Nachdem die Sonne sich nur etwas verschleiert zeigt, bewährt sich meine Laufausrüstung – gut gewählt!

Marburg Start

Ich beginne etwas heftig, diesmal ganz bewußt, denn ich friere ganz leicht. Deshalb fast eine 50er Runde auf den ersten 10km. Dann mäßige ich mich ….. doch ab der Hälfte der Laufstrecke (tatsächlich ziemlich genau 25km) habe ich das Gefühl Jemand hat mir „den Stecker gezogen“ – klar ein subjektives Gefühl, das meine Uhr aber auch z.T. bestätigte. Aber wundern tat ich mich nicht wirklich … was habe ich mir da zugemutet. Ich rechnete hoch – jede Runde wohl weitere 5min langsamer. So schlimm kam es aber nicht und in der letzten Runde keimte das Gefühl auf: Da sind noch Körner!!! Immerhin sammelte ich auf dieser letzten Runde 15-20 Läufer(innen) ein – das bestärkte meine positive Einstellung …. hätte ich 15min zuvor nicht für möglich gehalten.

So sammelte ich bis zum Ziel auch noch viele hochgestreckte, wohlwollende Daumen ein. 4:38Std und Platz 36 von 101 Finishern – unter diesen Umständen bin ich sehr zufrieden. Doch das Beste erwartete mich im Ziel:

Als Zielverpflegerinnen agierten: Antje Krause und Nele Alder-Baerens, Deutsche Meisterinnen hier bei Ihrem Heimatverein Ultra-Sport-Club Marburg.

Wie gewohnt war jedoch die Verpflegung auch an der 10km-Runde bei der 25. Auflage ohne Fehl und Tadel – 3 Stationen auf den 10km boten alles, was man brauchte.

Nach Rückkehr zum Stadion und einer heißen Dusche hatte ich Lust auf Kaffee (Kuchen war schon alle), aber Bratwurst war noch vorhanden. So setzte ich mich noch kurz und Stefan Daum saß nebenan. Er hatte einen tollen vierten Gesamtplatz erreicht und wir tauschten uns noch aus über unsere zukünftigen, gemeinsamen Wettkämpfe. Wir sehen uns nicht nur auf den 19 Etappen des Deutschlandslaufes – aber dabei ist auch Karl Rohwedder (54. beim 50km-Lauf) und einige weitere LG Ultralauf-Läufer habe ich schon im Starterfeld entdeckt. Auch beim Spartahlon Ende September und sicherlich bei manchem anderen Ultra werden wir uns demnächst über den Weg laufen.

So machte ich mich auf dem Weg zum Auto, fuhr erst mal 40km gegen Süden, um dann auf einen Parkplatz mal eine Stunde ein Nickerchen zu halten. Anschließend konnte ich ohne Probleme nach Hause durchfahren. Abendessen und etwas Passivsport, bevor ich dann tatsächlich um 3Uhr endgültig den Schlaf des Gerechten fand ….

Doch am nächsten WE in Münster bin ich wieder dabei – und diesmal sicherlich gut ausgeschlafen!

Hier die einzelnen Ergebnisse von LG Ultralauf-Teilnehmern:

50 km Ultramarathon

4. Platz, Stefan Daum, M40, 1. AK-Platz, 3:42:55

36. Platz, Roland Krauss, M55. 4. AK-Platz, 4:38:02

54. Platz, Karl Rohwedder,M60, 3. AK-Platz, 4:53:18

30 km Lauf

102. Platz, Hans-Uwe Zietlow, M70, 1. AK-Platz,3:22:16

Foto1: Georg-Gassmann-Stadion mit Duschen, Versorgung und Startnummernausgabe, Siegerehrung

Foto2. Beim Start in den Lahntalwiesen von allen Läufen gleichzeitig (über 1.000 Läufer/innen) ging es nur am Anfang eng zu.

Text und Fotos Roland Krauss, 7.3.2017

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