Zwei Wochen vor der Deutschen Meisterschaft im 6h-Lauf in Münster sollte der Kiel-Marathon zur Generalprobe genutzt werden.

Eigentlich hatten fünf LG-Ultraläufer beim Kieler Marathon am 25.2. starten wollen, übrig geblieben sind wir zu zweit, Christian und ich. Die anderen hat die Erkältungswelle erwischt.
Kiel2BBild: Christian und ich im Ostsee-Terminal vor dem Lauf
 
Eigentlich ist der Kiel-Marathon zu dieser Jahreszeit ein Lauf für „echte“ Norddeutsche und unsere dänischen Nachbarn, die immer in Laufscharen angereist kommen- eine unspektakuläre Laufstrecke mit Wendekurs von 10,5 km an der Kieler Innenförde. Ein kurzer Teil des Weges führt an der Hauptstraße entlang, der größte Teil am Wasser. Highlight der Strecke: Schiffshupen und das Seehundbecken an der Promenade.
Die Nähe zum Wasser bedeutet, daß man dem norddeutschen Wetter ausgeliefert ist, was sich durch unangenehmen Gegenwind und teils Regen zeigte.
Das konnte Christian wohl nicht groß beeindrucken, legte er doch mit 3:25:32 h eine klasse MRT-Zeit hin und lief damit im guten vorderen Läuferfeld.
Kiel1BZu gerne wäre ich ja kräftesparend in seinem Windschatten gelaufen, aber da kam ich nun wirklich nicht hinterher.
Ich hatte mir nach Erkältungen und Trainingsmangel und mit Blick auf die in zwei Wochen anstehende 6h-DM in Münster vorgenommen mich zwar ordentlich anzustrengen, aber eben auch nicht zu viel („nach dem Lauf guten Hunger haben, aber noch lachen können“) und den MRT als langen Trainingslauf wahrzunehmen mit Zielzeit unter 3:45h. Als es die ersten 15-20 km gut lief (kennen wir ja alle), habe ich meine Ansprüche gedanklich hochgeschraubt und auf eine Zeit um die 3:35h gehofft. 
Das war nicht drin. Der Gegenwind hat zunehmend genervt, die Beine wurden schwerer und da fiel es mir auch leicht, auf meinen Körper zu hören und einen gewissen Grad der Anstrengung nicht zu überschreiten (hatte ich mir doch vor dem Lauf auch vorgenommen, oder!). Neues Ziel dann Zeit unter 3:40h. Hat aber auch nicht geklappt, der Zieleinlauf zeigte dann schließlich eine Zeit von 3:42:37h.
Bild: ich mit Bananen-Lauf-Verpflegung
Ramona und Torsten feuerten uns immer wieder an, bis sie vor Wind und Wetter ins Ostsee-Terminal flüchteten.
Zu viert haben wir den schönen Tag noch im warmen(!) Restaurant ausklingen lassen und unsere Energie-Depots wieder aufgefüllt.
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Bild: Ramona, Torsten, Christian und ich
Text Katrin Tüg-Hilbert
 
Kiel Marathon II
Vier Wochen nach Oldendorf der nächste Test oder Formüberprüfung. In den vier Wochen blieb ich weiter gesund und beschwerdefrei. Also erhoffte ich mir auf dem Weg zum Frühjahrshöhepunkt den nächsten Schritt. Als Zielzeit hatte ich mir eine 3:25 gesetzt, mindestens aber eine sub 3:30, da ich wie vor Oldendorf (50KM) nicht getapert hatte.
Um eine reibungslose Anreise zu haben, fuhr ich bereits am Vorabend nach Kiel. Leider fielen Michael und Martina krankheitsbedingt aus, sodass der Abend kurz und die Nacht dafür lang wurde. Somit ging ich ausgeruht und entspannt an den Start.
Allerdings kam ich zu Beginn nicht richtig „auf Touren“. Trotz leichtem Rückenwind ging ich die ersten 5KM nur knapp unter 25 Minuten durch. Hmmm, ein Spaziergang sollte das heute also nicht werden und nun ging es auf der Wendepunktstrecke zurück gegen den Wind… Auch für Ultras gilt: „Ein Marathon ist ein Marathon und auch der muss erst mal gelaufen werden“ (Horst Preisler). Mario Sagasser erinnerte mich nach dem Lauf  daran.
Also Beine unterm Arm. Schnell erreichte ich Silke Gielen (Harburg), die in Oldendorf deutschen W60 Rekord gelaufen war. Schnell waren wir uns über unsere Ziele einig. Zwei Füchse gemeinsam unterwegs, läuft! Doch so lange hielt die Einigkeit nicht. Auf der zweiten Runde ab KM12 schlug mir Silke ein zu hohes Tempo an. Das wollte ich nicht mitgehen. Fliegengewichte haben es halt bei Wind leichter. Der Rückenwind trägt sie und der Gegenwind trifft sie nicht. Ich hingegen wollte bei Rückenwind nicht zu schnell laufen und bei Gegenwind nicht zuviel Kraft lassen.
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In etwa ging meine Strategie auf; zumindest blieben meine 5Km Splits zwischen 24:00 und 24:20 Minuten, obwohl es sich auf der letzten Runde anders anfühlte. KM40 bei 3:15h  durch, da war klar, mehr als 3:25 sind nicht drin. Noch einmal die kurze Pendelstrecke hinterm Ziel Richtung Hbf. Was für ein Miststück an windigen Metern, dann wieder mit Schwung zurück auf dem letzten Kilometer zum Ziel. Mona und Torsten feuerten auf den letzten Metern nochmal an … und mit 3:25:32h durch den Zielbogen. Planmäßig, fast schon … langweilig …
Text Christian Mohr
Alle Bilder von Ramona Franz, 4.3.2017
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