Sonntag war ein wunderbarer Herbsttag. Ein tolles Laufwetter bot die Kulisse für viele schöne Erlebnisse bei zahlreichen Laufveranstaltungen. Einige der LG Ultralaufmitglieder zog es nach Remscheid, wo dieses Jahr nun schon zum 16. Mal der Röntgenlauf stattfand, ein nach dem berühmtesten Bürger der Stadt benannter Lauf rund um Remscheid.
Dank einer Verabredung zum gemeinsamen Foto konnten wir vor dem Lauf alle startenden Vereinsmitglieder festhalten.
Remscheid 1
Teil 1 der Gruppe: Michael Irrgang, Jan Förster, Kirsten Althoff, Matthias Heinle und Raimund Slabon
Remscheid 2
Teil 2 der Gruppe: Michael Irrgang, Alexander Lauterbach, Doris Zachau, Michalea Kirchner und Carsten Bölke.
Remscheid 3
Nachmelder Mario Luther traf ich eher zufällig im Startbereich.
So bot das Treffen vor dem Start eine schöne Gelegenheit, sich gegenseitig vorzustellen und kennenzulernen, einige liefen sogar spontan zusammen. Bis auf „Matze“ wollten es alle ruhig angehen. Er jedoch, der vor zwei Wochen beim gemeinsamen Trainingslager viel Motivation getankt hatte, wollte es zum Jahrabschluss noch einmal wissen. Mit Michaela, Alex und mir waren sogar drei von fünf Präsidiumsmitgliedern am Start. Außerdem gab es natürlich unzählige andere Freunde und Bekannte in der Gruppe von über 1.000 Starter. So verging die Zeit bis zum Startschuss rasant dahin.
Die Strecke beginnt mit einer 5km-Auftaktrunde durch die Altstadt von Lennep, die unter anderem am Röntgenmuseum vorbeiführt. Dadurch sortiert sich das Feld ein wenig, bevor der Weg enger wird. Die Strecke besteht aus drei Halbmarathons, wobei man während des Rennens auch noch das Ziel verändern kann. So braucht man sich die Frage Marathon oder Ultra ggf erst im Marathonziel beantworten.
Remscheid 4
Wer die Ausschreibung nicht gut gelesen und vielleicht einen Traillauf erwartet hat – auch diese gibt es in der Region – wurde vielleicht ein wenig enttäuscht, denn die Strecke führte oft über asphaltierte Wege durch die wunderschöne, herbstlich gestaltete Landschaft. Oftmals mit ganz moderaten An- und Abstiegen, die für viele gut laufbar waren.
Remscheid 5
Am Fuße eines Anstieges, der zugegebenermaßen etwas steiler war, munterte dieses Schild auf, schnell den Gipfel zu erreichen, wo es einen Sekt-VP gab. Die VPs hatten neben den üblichen Getränken und Speisen teilweise selbstgebackene Energieriegel und die berühmten Remscheider Marathonschnecken und für die gutbürgerlichen Läufer gab es auch mehrmals gegrillte Bratwurst und Bier – mit und ohne Alkohol.
Ich hatte mich mit Carsten und Alex zu einem gemütlichen Genusslauf verabredet – keinen HM unter 2:30 und einer geplanten Zielzeit zwischen 7:30 und 8:00 Stunden. Carsten war in seinem Element: Lachend, quatschend und flott lief er die Berge rauf und runter, die im Vorfeld angedeutete Formlosigkeit war nicht zu erkennen. Wir hatten noch Michael in die Gruppe aufgenommen. Er lief vor zwei Wochen seinen ersten Marathon und wollte heute seinen ersten Ultra laufen. Er hatte viel Respekt, aber bei der guten Form, hatte er bis zum Schluss keine Probleme. Alex und ich hatten oftmals Schwierigkeiten an den beiden dranzubleiben und ließen uns etwa zur Hälfte des Rennens etwas zurückfallen. Ich fühlte mich nicht so wohl und legte im Marathonziel erst einmal eine klitzekleine Pause ein. Jetzt aufzuhören, wäre natürlich eine Option gewesen, aber ich wollte dann doch die lange Strecke finishen und machte mich alleine auf.
100 Meter vor dem Ziel wartete Carsten auf Alex, um wie besprochen gemeinsam ins Ziel zu laufen. Ich kam 8 Minuten später an. Seit über einem Jahr bin ich nicht mehr soweit gelaufen und für die Form nach meiner längeren Laufpause wäre der Marathon schon mehr als genug gewesen. So musste ich dann aus der Schublade der vergessenen Fähigkeiten den Kampfgeist herausholen. Die abendlichen Krämpfe waren dann ein kleines Zeichen davon, dass der Geist einmal wieder den Körper etwas zu viel zugemutet hatte. Heute sieht die Situation schon wieder viel besser aus und ich freue mich über den sehr schönen, vergangenen Sonntag, der mit Carsten und Alex in einem gemütlichen Restaurant einen lustigen Abschluss gefunden hat.
Im Ziel haben wir uns dann teilweise noch getroffen und die Erlebnisse ausgetauscht. Matze war freilich schon nicht mehr da. Er hat die Strecke tatsächlich in 5:32h bewältigt, damit den 11. Gesamtplatz und den 1. In seiner Altersklasse belegt. Hut ab vor dieser Wahnsinnsleistung. Jan lief den ersten Marathon „gemütlich“ und brachte das Kunststück fertig, den letzten Halbmarathon, der eigentlich gemessen an den positivien Höhenmetern, der schwerste ist, zu seinem schnellsten zu machen. Kirsten hätte wohl auch eine Platzierung um den 5. Platz erreichen können, wollte aber lieber jemanden begleiten, Doris und Mario beendeten nach dem Marathon ihr Tagwerk und Michaela, die für den Marathon gemeldet war, lief ein super Ergebnis, obwohl sie im Moment auch nicht ganz fit ist.
Die Ergebnisse im Einzelnen:
Ultramarathon; 63,3 km; Finisher: 248m, 66w
11. Platz, Matthias Heinle ,1.Platz M35, 5:33:25
68. Plaz, Jan Förster, 6:34:31
182.Platz Carsten Böhke, 7:49:20
183. Platz Alexander Lauterbach, 7:49:21
196. Platz Michael Irrgang, 7:57:12
12. Platz Kirsten Althoff, 6:54:00, 2. Platz W20
Marathon; 42,2 km, Finisher: 168m, 37w
36. Raimund Slabon, 4:04:56
11. Platz Michaela Kirchner, 1. Platz W50, 4:19:42
Marathon statt Ultra
Marion Luther, 5:13:22
Doris Zachau, 5:07:30
Text und Bilder sind von Michael Irrgang, 31.10.2016
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