Mein zweiter 24-Std-Lauf binnen weniger Wochen – und die Geschichte wiederholt sich ….. ich glaube ich werde zum „Rainman“ – wieder hat es z.T. heftig geregnet/gewittert. Bei weitem nicht so schlimm, wie in Basel – zum Glück …. die Wasserpfützen (ja fast Gräben) waren auch nicht in der Form vorhanden, wie es in Bad Dürkheim, bei den 12-h war – viele andere Läufer(innen) bezeichnet dies aber als „unmögliches Laufwetter“ – nun ich bin ja einiges gewohnt …. so hatte ich damit „fast“ gerechnet!
Nur gut das meine Anreise nach München nicht so weit ist – knapp 200km auf einer Autobahn mit richtig langen Baustellen (zum Glück wenig Stau) können trotzdem nerven. Die größte Schwierigkeit war ja schon aus den Weg geräumt – ich hatte am Samstagfrüh noch Rufbereitschaft. Am Freitagnachmittag war die Wahrscheinlichkeit noch relativ groß, dass sie aktiviert wird – ich hätte um 6Uhr arbeiten müssen und bange hoffen, das es nur ein paar Stunden sind, um dann zeitig in München zu sein, um 12Uhr war der Start zum 24-Std-Lauf. So hatte ich am Samstag etwas weniger Stress, konnte mein Auto bepacken und halbwegs ausgeruht starten. Die Einfahrt ins Olympiagelände gestaltet sich problemlos – ich kann sogar ins sogenannte „Fahrerlager“ ganz nah ans Eisstadion heranfahren. Dort gibt es die Startunterlagen, Verpflegung, Zeitmessung, einige Sponsorenzelte, sowie die Moderation des Events.
Da heuer die Umstände (Rockkonzert am Vorabend und EM-Public-Viewing) es nicht zulassen das die „alte Strecke“ – ein 2,5km-Rundkurs gelaufen wird, gibt es einen 1,2km-Kurs mit einer 180Grad-Wendung, alles recht nah am Eisstadion.
Das Fahrerlager nimmt langsam Formen an, immer mehr Zelte, vor allem von Staffelteilnehmern werden aufgebaut. Hier haben sie Ihr Quartier, um die nächsten 24-Std immer wieder mehr oder weniger ausgeruhte Läufer(innen) auf die Strecke zu schicken. Hier wird z.T. sogar gegrillt und gegessen – natürlich auch ausgeruht/geschlafen.
Nach einer Einweisung geht es pünktlich um 12 Uhr los – nach einer Stunde werden auch noch einige 8-Std-Läufer(innen) auf die Strecke geschickt. Wobei es durchaus nicht eng wird, bei etwa 90 – 100 Teilnehmer (incl Staffeln).
Muenchen24hbZum Start und Stunden danach fast ideales Laufwetter, doch es ziehen Regen-, später auch Gewitterwolken auf. Ich bin auf „fast Alles“ gefasst – nur die Kälte aus Basel (nachts 3 Grad), die kann mir wirklich gestohlen bleiben. Schließlich bin ich mit dem Plan nach München gekommen, endlich mal die 200km zu knacken.
Immer wieder bleibe ich am Versorgungsstand des Veranstalters (mitsamt Zeitnahme und Moderation und Musik) stehen – für alle besonderen Fälle habe ich mir zusätzlich einen eigenen kleinen Tisch mit Stuhl an der Strecke aufgebaut.
Nachdem es schon mal einen kurzzeitigen Regen gab, steht nun zu Beginn der Dämmerung ein drohendes Gewitter direkt am Nachthimmel neben dem Olympiagelände ….. es droht fast zwei Std lang.
Dann legt es los – Blitz, Donner und heftiger Regen – das ganze Programm, das Gewitter zieht weiter, der Regen bleibt erstmal. Ja doch er hört auch wieder auf – immer nur um nach einiger Zeit wieder niederzuprasseln. so wechsel ich irgendwann Schuhe und Socken, entscheide mich auch für eine Regenjacke – das geht lange gut so. Bis ich dann doch etwas auskühle und mich nach trockenen und warmen Klamotten sehne. Ich fange an zu rechnen – kann ich es noch schaffen, wenn ich jetzt ca eine halbe Std brauche, um mich trocken zu reiben, umzuziehen und Verpflegung. Es sind dann nur noch eineinhalb Std zu Laufen und mir fehlen noch 11,5 km auf die magische Schwelle der 200km. Ich entscheide mich es zu tun – ob ich mit den nasssen und kalten Klamotten es noch schaffen würde? Was soll’s – jetzt schnell handeln. Die Wechselsachen aus dem Auto geholt, in den Sanitätsräumen des Eisstadions möglichst schnell aus den nassen Klamotten – das ist leichter gesagt, als getan.
Sogar Handschuhe habe ich kurzzeitig angezogen, um mich zu wärmen – Blick zur Uhr …. ja noch 1:33 Std um die restlichen KM zu absolvieren. Da sind keine großen Verpflegungspausen mehr drin – dafür bin ich jetzt warm …. gut so!!!
Also nochmals alle Reserven mobilisieren – 11:40 Uhr – noch 20min zu laufen. Ich bin bei 198,5km – ich weiß, das schaffe ich nun… die Anspannung bleibt noch. Um 11:45 gehe ich mit etwas über 199km
auf die letzte normale Runde (1,2km) – als ich wieder an der Zeitmessung ankomme, habe ich die magische Grenze überlaufen!!!!
Es gibt nun noch eine kleine Runde, die ich ein paar Mal durchlaufe, dann ertönt ein Signa – es kommen noch ein paar Restmeter dazu …. und ich werde beglückwünscht zu meinen 200km – drei Läufer schafften diese Grenze. Das bedeutet dann auch ich habe den dritten Gesamtplatz erlaufen mit 201,082km. Als ich das erfahre mache ich tatsächlich einen Freudesprung …. das geht noch!
Kurz darauf die Siegerehrung im Foyer der Eishalle, da es wieder mal heftiger regnet.
Zum Glück mußte ich nicht sofort nach Hause fahren – meine Schwester wohnt in München und bei Ihr konnte ich mich erstmal erholen und etwas regenerieren.
Das Foto von der Siegerehrung zeigt:
Ganz Rechts – dritter in der Gesamtwertung Männer: Roland Krauss, LG DUV
Ganz Links – Zweiter in der Gesamtwertung Männer: Saulius Litvinavicius
In der Mitte – Der Gesamtsieger (mit km 209,048) Klaus Kuhn vom TSV Beuren
Hie noch der Link zur Veranstalterseite http://www.sog-events.de/

 

Text und Foto: Roland Krauss, 20.6.2016

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