Dietmar Rosenau nahm als Läufer teil und hat über sein Erlebnis an diesem denkwürdig heißen Tag einen Bericht verfasst. Bei der letzten Austragung 2011 konnte er sich zusammen mit Holger Brill über den ersten Platz freuen. In einem zweiten Teil berichte ich von meinen Eindrücken. Ich war für den dritten Versorgungspunkt (VP3) verantwortlich, der etwa bei km 103 war und ein Beenden mit Wertung zuließ.


Am letzten Wochenende fand, organisiert durch Thomas (Tom) Eller, nach vier Jahren Pause der Kölnpfad 171 km nonstop statt. Es war eine Hitzeschlacht, die ich so noch nicht erlebt habe. Der Start war um 6 Uhr und es ging diesmal entgegen dem Uhrzeigersinn um Köln herum.

In den ersten Stunden konnte man sogar noch ein wenig laufen. An Laufen war, als die Sonne richtig durchkam, nicht mehr zu denken. Wir, ich war gemeinsam mit Betty Mecking unterwegs, begannen dann unsere lange Wanderung. Wir hofften (leider vergebens), dass es abends oder spätestens nachts dann wenigsten soweit abkühlt, dass wir wieder mehr laufen könnten. Das war jedoch ein Irrtum. Es wurde auch nach Sonnenuntergang nicht fühlbar kühler.

An den sehr gut organisierten VP’s erreichte uns dann schon die Meldung von einer sehr hohen Aussteigerquote. Obwohl wir von meiner Frau und Tochter perfekt versorgt wurden, ging es auch bei uns immer schleppender voran. Der Veranstalter hatte wegen der extremen Bedingungen eine Wertung bei 103 km (VP3) vorgesehen für alle Läufer, die nicht mehr die ganze Runde beenden wollten oder konnten. Da wir zunehmend längere Pausen brauchten und an Laufen auch in der Nacht nicht realistisch zu denken war, haben wir uns dann für die Wertung entschieden und das Rennen bei Km 103 beendet. Für uns ist das auch im Nachhinein die richtige Entscheidung! Von den 60 Einzelstartern haben nur 16 die volle Distanz geschafft und das Ziel erreicht! Ihnen gilt mein höchster Respekt. Vielen Dank auch an die Helfer an den VP’s und natürlich ganz besonders an Tom! Die Überschrift des Berichtes in der Kölner-Rundschau kann ich nur bestätigen: „Ultra-Lauf bei mörderischer Hitze!“ Gruß Dietmar


Bei der Startnummernausgabe traf ich Udo Kamps und Dagmar Liszewitz: Ex-Funktionsträger der DUV und LG DUV, leidenschaftliche Ultraläufer-Urgesteine und immer stets helfend dabei, wenn Hilfe benötigt wird.

Man konnte in der Turnhalle der Grundschule in Köln-Dünnwald schlafen, wo morgens um 6 Uhr der Start der 60 Läufer und 5 Staffeln erfolgte.

Genau hier war unser Versorgungspunkt. Es war offiziell der dritte von vier, aber zum Glück gab es weitere Wasserstellen unterwegs und einige Biergärten. Einige der Läufer hatten auch Radbegleitung mit, was ein sehr großer Vorteil war, denn beispielsweise hier in Niederkassel-Lülsdorf, dem südlichsten Punkt der Strecke waren es 44 Grad!

Die Weltmeisterin im 10fach Triathlon Susanne Beisenherz kam als erste Läuferin zu unserem Versorgungspunkt. Sie nahm ein paar Schüsslersalze, ein halbes Brötchen und etwas zu trinken und weg war die sympathische Läuferin wieder. Kurze Zeit später brach sie aber das Rennen ab und wird daher als Siegerin des „Kölnpfad 100K“ geführt.

Kristina Tille lief etwa bis km 90 mit Susanne gemeinsam, bevor sie abreißen lassen musste. Sie nahm sich deutlich mehr Zeit, um zu essen, zu trinken und sich die Füße zu pflegen. Melone und Frühsport war an diesem späten Nachmittag der Hit. Kristina konnte ihre sehr erfolgreiche DUV-Statistik mit einem weiteren Sieg bereichern. Sie gewann in 23:35, einem unter diesen Umständen sensationellem Ergebnis, denn sie verbesserte damit den Streckenrekord aus dem Jahr 2009 von Angelika Mölders um über 3 Stunden!

Christoph Jantur kam ca 1,5 Stunden hinter Kristina zu uns, konnte den Abstand zu ihr etwas zu kürzen und kam nach 24:28 Stunden ins Ziel.

Ricara Bethke freut sich über eine perfekte Trainingseinheit für ihren Badwater-Lauf in drei Wochen. Sie lief mit Jens Vieler zusammen, der die Männerwertung Kölnpfad 100K gewann.

Insgesamt sollten 14 Läufer und 2 Läuferinnen bis Sonntag Nachmittag das Ziel erreichen! Kaum zu glauben, aber das ist Rekord-Finisherzahl! Am Samstag war es von 8 Uhr morgens bis in die Nacht sehr heiß mit Temperaturen von 35 bis 45 Grad, am Sonntag gab es dann noch Regen, Starkregen, teilweise Gewitter und Hagel. Dass für Sonntag aufgrund der Temperaturen, Strahlungsintensität und Ozonwerte vor Bewegung im Freien gewarnt wurde, ignorierten die Läufer selbstbewusst. Einige kamen tatsächlich nicht mit der Hitze zurecht und mussten sehr frühzeitig das Rennen beenden. Aber eine für mich nicht für möglich gehaltene Zahl kam an. Hitzetraining, genügend Trinken, Salzsubstitution und viel wandern waren für die meisten die Schlüssel zum Erfolg. Diese Gruppe kam so gegen 1 Uhr morgens am VP an und erreichte nach etwa 33 Stunden das Ziel. Später kamen noch zwei Gruppen. Aus der ersten konnte immerhin noch Heide Lindemann das Ziel erreichen. In der letzten Gruppe, die kurz nach zwei Uhr eintraf, befand sich Dietmar Rosenau und auch Bettina Mecking, die letztes Jahr als einzige Frau den Lauf beenden konnte.

Tom Eller war nicht nur die treibende Kraft in der Organisation, sondern war über drei Tage jederzeit ansprechbar und überall, wo eine anpackende Hand gebracht wurde, sei es bei der Liveberichterstattung auf Facebook oder beim nächtlichen Abbau der Versorgungsstationen.

Dieser Lauf, der zuvor zweimal von der LG DUV unter Federführung von Wolfgang Olbrich ausgerichtet wurde, wurde von Tom blended reanimiert. Dabei konnte er einige Ideen übernehmen, hat an einigen Stellen aber auch seine eigene Handschrift erkennen lassen. Er selbst ist bei der Erstaustragung gestartet und konnte den Lauf auch beenden. Es ist sehr zu wünschen, dass der Lauf fortgesetzt wird.

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6.7.2015 Michael Irrgang; Bilder von Michael Irrgang

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