Am 18.4. hieß es es wieder „Hart, Härter, PUM“. Günther Liegmann und HaWe Rehers luden zum dritten Mal zum nördlichsten Berg-Ultra ein. Auf der Strecke um dem Osnabrücker Piesberg erwarteten uns 6 Runden mit insgesamt 55,2 Kilometern, 1740 HM und 3102 Stufen. Die Veranstaltung hatte mir im vergangenen Jahr extrem gut gefallen, daher war meine Teilnahme in diesem Jahr eine Herzensangelegenheit. Zudem wollte mein bester Freund Stephan beim PUM seinen ersten Ultra laufen. Leider verhinderte eine gereizte Achillessehne seinen Start kurzfristig.

 
Vor dem Start begrüßte ich zunächst meine Lauffreunde Martina und Harald Retzlaff (Bochum), Turgay Ünlü (Hamburg) und Karl Rohwedder (LG DUV). Die Stimmung war bei allen gut, der Respekt vor der anspruchsvollen aber durchaus vorhanden. Zum Start um 9:00 war es zwar etwas frisch, aber sonnig und kaum Wind.
 
Gute Laune vor dem Start. Christian und Harald Retzlaff. Foto: Martina Retzlaff
 
Die Strecke war gegenüber dem Vorjahr unverändert. Meine Form war allerdings deutlich besser, aber mein Früjahrshöhepunkt findet erst zwei Wochen später beim WHEW 100 statt. Ich wollte einerseits nicht zuviel Körner verschiessen, aber etwas schneller als im letzten Jahr sollte es schon werden. Vom Start weg ging es zunächst 750M bis zum Piesberg Rundweg. Ich ging den Lauf ruhig an, war damit gleich unter den ersten 10-12 Läufern. Die erste Hälfte des Rundwegs ist der deutlich anstrengendere Teil. Zwei zum Teil rasante Abwärtspassagen, aber vor allem diverse steile Anstiege im Wald und zwei Treppenserien liessen mich kaum ruhig atmen. Herzstück und Schlüsselstelle der Runde war aber der Südstieg zum Piesberg. Gut 300 Stufen waren dabei hinaufzusteigen. Im Laufschritt natürlich unmöglich zu schaffen. Auf dem Piesberg nutzte ich die Wasserstelle um mich zu erfrischen, aber auch um mich ein wenig zu erholen. Die zweite Rundenhälfte, die um den Steinbruch führt, war deutlich angenehmer zu laufen. Bis auf einen steilen Anstieg ging der Weg überwiegend bergab bzw. beinhaltete einige flache Passagen. Dennoch bedurfte dieser Abschnitt aufgrund einiger scharfer Abzweigungen und Baumwurzeln erhöhte Aufmerksamkeit. Ich reduzierte auf diesem Teil der Strecke immer meine Anstrengung, um mich von den Steigungen und Stufen der ersten Rundenhälfte zu erholen. Diese Strategie erwies sich als richtig. Der Zeitverlust von Runde zu Runde hielt sich mit 70 – 90 Sekunden in Grenzen.
Ab der fünften Runde wurde es auch für mich hart. Dennoch blieb ich auch in dieser Runde noch unter einer Stunde  und mit einer Zwischenzeit von 4:48h war ich dabei den Wettkampf unter sechs Stunden zu beenden. Die letzte Runde wurde dann sehr hart. Ich begann diese mit der Führenden bei den Frauen, Arenda Scherpenkate, die ich beim ersten Anstieg ein- und überholte. Obwohl ich nach den Treppen am Südstieg nach Luft rang, glaubte ich sie abgeschüttelt zu haben. Aber ca. 2KM vor dem Rundenende überholte sie mich wieder und ich war nicht in der Lage gegenzuhalten. So platt ich auch zum Ende der sechsten Runde auch war, ich musste noch die 750 Meter zum Ziel zurück laufen. Ausruhen konnte ich mich dabei jedoch nicht, da mein Verfolger, Markus Sibbing, in Sichtweite war. Im Ziel war ich mit der Zeit von 5:52:18h mehr als zufrieden. Dazu noch Gesamtfünfter.
 
Bildunterschrift: Auch Karl Rohwedder, dem ich auf der Strecke einige Male begegnete, machte ein tolles Rennen und blieb mit seiner Cornelia mit 7:02:38h nur knapp über der 7 Stunden-Marke. Bild: Christian Mohr
 
Mein Fazit: Für mich war es ein klasse Wettkampf. Hoffentlich rächt sich dies nicht beim WHEW. Die Veranstaltung war wieder sehr liebevoll organisiert. Zudem scheint der Wettergott ein Osnabrücker zu sein. Bei Sonnenschein, netten Gesprächen und reichlich Fachsimpeln verging die Zeit bis zur Siegerehrung wie im Flug. Der PUM hat durchaus das Zeug zum Klassiker.
 
Christian Mohr
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